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"Blutaustausch" vorgenommen, d. h. rassefremdes Personal
durch Arier ersetzt worden war.
III. Der Film in der Kulturpolitik des Dritten Reichs
Im folgenden wird kurz aufgezeigt, welche kulturpoliti
schen Maßnahmen den Film in Deutschland nach dem Regierungs
antritt der USDAP getroffen haben und welche Bedeutung ihm
nach Aussage von NS-Autoren selbst zukam. Eine eingehende
Untersuchung dieses Gebiets kann nicht Aufgabe dieser Arbeit
sein, dafür wird auf die eingangs erwähnte Spezialliteratur
p
hingewiesen. Es sollen hier nur die direkten Maßnahmen und
ihre Interpretation durch NS-Autoren angeführt werden, um die
Bedingungen zu nennen, unter denen sich das hier erarbeitete
Modell einer NS-Filmdramaturgie allein realisieren konnte.
a) Gründung der Reichsfilmkammer
Als die Möglichkeit, mit Hilfe des Films die Massen beein
flussen zu können, erkannt und vor allem seiner Eigenschaft
zugeschrieben wurde, "primär auf das Optische und Gefühls-
1 Hier zeigt sich am konkreten Fall der Filmwirtschaft, was
H. Marcuse allgemein in seiner Kritik am Liberalismus
vorbrachte: "Die Wendung vom liberalistischen zum total-
autoritären Staate vollzieht sich auf dem Boden derselben
Gesellschaftsordnung." (H. Marcuse, Vom Liberalismus,
S. 32) - Diese Pointe kennzeichnet auch einige NS-Kurz-
filme, die aus amerikanischen Wochenschau- und Spielfilm-
Aufnahmen montiert waren (z. B. "Um die Freiheitsstatue",
194-1 i "Präsident Roosevelt plaudert", 194-3).
2 H. Brenner, "Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus",
die den Film allerdings kaum berücksichtigt, gibt im An
hang gute Schaubilder und Übersichten über die kunstpoli
tischen Organisationen und Ämter. Speziell mit der Film
propaganda beschäftigen sich E. Leiser, "Deutschland, er
wache!" (vgl. Kap. B. e) und G. Albrecht, Nationalsoziali
stische Filmpolitik (vgl. Kap. B. f). - Zur Psychologie der
Massenkommunikation sei verwiesen auf: G. Maletzke, Die
Psychologie der Massenkommunikation, Hamburg 1963*

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