Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Neunter Band)

  
~ 12. ÂÂ 
* niſſe in den Weg treten sollten, und abzufehen davon, daß: 
hier doch auch die Koſten des zu erkaufenden Wege- Terrains 
in Betracht kommen. ht : 
Was aber die zweite Frage betriſft, so: mag der Wunſch, 
überall Kunſtſtraßen zu haben, zwar allgemein seyn, die Er- 
reichung des Wunsches muß an den großen Koſten ſcheitern, 
die eine solche Anlage erfordert. Wenn in England bei dem 
ungeheuren innern Verkehr Canäle und Kunſtſtraßen, selbſt 
mit Verschwendung ausgeführt, dennoch ſich leicht bezahlt ma- 
chen, wenn in andern Ländern, wo eine große Paſſage frem- 
der Reisenden und großer Tranſithandel iſt, Kunſtſtraßen mit 
pecuniairem Nutzen angelegt werden; so fällt für Holſtein die 
ganze Berücksichtigung weg. Wir haben blos den einzigſten 
Geſichtspunct des Tranſitverkehrs über Kiel nach der Oltsee, 
der innere Verkehr kann’ die Koſten einer Kunſtſtraße allein 
niemals tragen noch aufbringen. Es muß geradezu unmög- 
lich (eyn, daß neben der Einen Kunſtſtraße überall noch eine 
zweite je exiſtent werden könnte; denn ſo wenig die einzelnen 
Commünen des Vermögens ſind, ihre Landſtraßenantheile in 
Kunſtſtraßen zu verwandeln, ſo wenig iſt auch eine Aussicht" 
auf einen reichen ‘Particulier vorhanden, der Luſt und Ver-. 
mögen hätte, mit einer Kunſtſtraße irgend einer Gegend ein 
Geschenk zu machen, und darauf müßte doch die ganze Hoff: 
nung beruhen, weil niemals daran zu denken seyn kann, daß 
diese Kunſiſtraße durch Chauſſeegelder sich verzinſen könne und 
werde.. Sicher wird es daher bei Einer Kunſtſtraße durch 
_ Holſtein bleiben. Und iſt dies der Fall, dann möchte es doch 
zu wünſchen seyn, der jetzt zu errichtenden Kunſtſtraße eine. 
solche Richtung zu geben, damit der größtmöglichſte Nutzen [| 
des Landes erreicht werde, so lange dies nämlich geschehen. 
kann, ohne den eigentlichen Hauptzweck aus den Augen zu | 
verlieren. Daher scheint denn zu folgen: 
daß der Kunſtſtraße wo möglich die Richtung gege- 
ben werde, daß ſie zur Beförderung des innern Ver: 
kehrs zugleich so viel als möglich beitrage. 
Dieses nun kann nicht wohl der Fall seyn, wenn selbige 
ihre grade directe Richtung zwischen Kiel und Hamburg auf 
dem kürzeſten Wege nimmt; denn dann geht ſie über den ho- 
“ hen Rücken von Holſtein durch Haide: und Sandgegenden, 
ohne weder mit der Oſt: noch der Weſtſee von Holſtein, wo 
die fruchtbaren Gegenden unſers Landes sind, in irgend einer | 
Verbindung zu ſtehen, noch daß diese Gegenden mit solcher ] 
Kunſiſtraße in Verbindung gesetzt werden könnten. Hamburg. 
  
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