Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Siebter Band)

Pe 9, einen neuen angeblichen Beweis. für die Ansicht, daß 
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Franken gewesen, so daß der Kaiser sogar (804) ihnen die 
Nordalbingiſchen Gauen zur beliebigen Beſitznahme überlassen 
hatte. Die Nordalbingier dagegen hatten einen unauslöſch- 
_ lichen Haß gegen ihre Beſieger gezeigt, und der Kaiſer hatte 
sogar nöthig gefunden, um in Nordalbingien Ruhe zu er- 
halten, die Bewohner deſselben in entferntere Gegenden sei- 
nes Reiches zu verseßenz auch dauerte dieſes Exil 809 noch 
fort. Und dem allen ohngeachtet soll der Kaiser .das Land 
der Smeldinger nicht den Obotriten, von denen jene, abge- 
fallen waren, gelassen, sondern wenigſtens einen :beträchtli- 
chen Theil desselben mit Nordalbingien, das er doch zur 
Disposition der Obotriten geſtellt und deſſen Einwohner er 
in seinem Zorne exilirt hatte, vereiniget haben? ") ~ Aber 
« noch mehr; sämmtliche Annaliſten wissen. von der angeblichen 
Vereinigung durchaus kein Wort ; vielmehr berichten ſie, daß 
Thraſco, Fürſt der Obotriten, die Smeldinger genöthigt habe, 
in die vorige Verbindung mit ihm zurück zu kehren, Thrasco 
Smeldingos, qui ab eo delecerant, ad suam societatem 
reverti coegit. (Chr. Ansch. Lang. I. p. 502, . Ann. 
FVränc. Ann. Fuld. ad. a. 8099. ' trs§ gute rs 
Einestheils wird alſo von dem Herrn Nr. etwas. ange- 
nommen, was den Umſtänden nach als höchſt unwahrsſchein- 
lich erſcheint; und anderntheils deutet kein Autor auch. nur 
auf die entfernteſte Weiſe auf das vorgebliche Factum hin. 
Der Herr Dr. b. Duve giebt im Staatsb. Mag. 4826. 
t! § ) 
Ä ?) Eine andere Vorſtellung von der Ueberlaſung der Nordalbingi. 
ſchen Gauen an die Obotriten, als die hier gegebene, findet-s< 
im Staatsb. M. V. p.~81, dieſe vder: jene mag indeß die sichs q 
tige ſeyn; so thut das. hier zur, Sache nichts. Der, auch da- 
. elbſt geäußerteu, Meiuung, daß. die Nordalbingier nicht -exilirt 
. Kewoxden ſeyen, kann ich aber nicht. beiſtimmen. . . . 
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