Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Siebter Band)

  
  
  
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„Verpflichtung haben, Unvermögenden unentgeldlich Arznelen 
„„verabfolgen zu laſſen, als jeder Dritte den Unpermögenden 
“tu LVU IT IR. chez g tte tes: 
„„mögenden nicht einzelnen Individuen aufgebürdet werden, 
„„sondern bleibt auch hier Gegenſtand der Armenpflege‘’\. 
: Bei uns iſt eine solche Vorschrift indeß niche nöthig, da 
ſelbige ſich ganz von ſelbſt verſteht, und bereits in der Ars 
menverordnung vom 23ſten Decbr. 1808 das Nöthige wegen 
der Hülfsbedürftigkeit vorgeſchrieben iſt.. Richtet ſich Jeder 
darnach, so kann Keiner aus Mangel umkommen. Wird dieſe 
Vorschrift aber hier oder dort nicht genau befolgt, und leiden 
dadurch Einzelne; so iſt deren Vorbeugung und Abhelfung . 
nicht Sache der Apotheker, und kein Criminaliſt wird ihnen 
die Folgen anrechnen, wenn ſje das widerrechtliche Verfahren. 
einzelner Armenanſtalten durch Aufopferung ihres Vermögens, 
nicht verbeſſern, und Jedem das als Heilmittel Verlangte un- 
î hedinget gralis hingeben, s ! 
8) Ueber den Schaden der Blutenkziehung durch 
Nichtärzte. ; 
. Es iſt keinem Zweifel utiterworfen, daß es der Verwaltung 
des Staats obliegt, durch weiſe Gesetze für die Gesundheit und 
das Leben seiner Bewohner Sorge zu tragen. In allen cis 
viliſirten Staaten gilt dieser Grundsatz, und er iſt in dem 
einen mehr, in dem andern weniger praktiſch in Kraft getres 
ten. Die Quarantaine- Anstalten, die in manchen Staaten 
' gesetzlich befohlene Vaccination u. s, w. sind Belege für diese 
Behatiptung, und es iſt nicht zu läugnen, daß unser Vater- 
land, was die Vollkommeuheit der Medizinal-: Polizei betrifft, 
vieken andern Ländern zum Muſter dienen könnte. Um so 
mehr iſt es zu verwundern, daß ein Gegenſtand, der nach meir 
nem Bedünken, von großem Intereſſe für tausende von In: 
‘dividuen, und also mittelbar für den ganzen Staat iſt, bis 
_ jetzt ſo faſt gänzlich außer Acht gelaſſen wurde. Ich verſtehe 
hierunter den Mißbrauch und Schaden, welcher seit so langere. ' 
Zeit, mit dem ungeregelten Blutlaſſen durch Nichtärzte getrie- 
ben worden iſt, und der noch täglich damit getrieben wirke. 
Ueber dieſen Gegenſtand sey es mir erlaubt, in dieſen 
Blättern einige. kurze Bemerkungen darzulegen... 
 
	        

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