Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Siebter Band)

  
  
  
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len, die Herr Verf. ſo traurig schildert, die aber gewiß höchſt 
ſelten vorkommen, gehalten werden fn. .. j 
_ Die ratio legis, wornach den Apothekern, des Creditirens 
wegen, ein Privilegium bewilligt, wird wohl Niemand so 
leicht anerkennen, ‘da dafür auch durchaus kein Grund ſpricht. 
Wäre den Privilegirten, des Creditirens wegen, d. h. weil 
ſie zum Creditiren verpflichtet, nur ein Privilegium bewilligt, 
ſo wären ja alle Privilegirte dazu ſchuldig , und eine Aufhe 
bung. des Beſtehenden würde bald erfolgen. Indeß hat der 
eſelzgeber bei Beſtimmung des Vorzugsrechts im Concurse 
gewiß an nichts weniger als daran gedacht, weil er sonst auch 
zwiſchen den realiter und personaliler, ſo wie den mehr 
oder weniger Privilegirten billig einen Unterschied hinſichcs 
lich der Quantität und der Zeit 1c. des Ereditirens hätte mas 
chen, und z. B. bei den Bankzinsen, die ante omnes pris 
vilegirt ſind, den größten Credit hatte bewilligen müſſen. 
Was nun endlich die durch das Privilegium angeblich 
%ewirkte Sicherheit für das Creditirte betrifft; so zeugt diese 
Behauptung des Herrn Verfassers dafür, daß er nie bei Maſs 
ſen, die er im Auge hat, gegenwärtig gewesen iſt, indem er 
ſonſt gefunden haben würde, daß der Betrag kleiner Maſſen 
nie zur Zahlung aller Privilegirten hinreicht und ſelbſt bei 
größern Maſſen in der letzten Zeit, außer den Concurskoſten 
und Abgaben, selten Einer zur Perception kommt. Die Vors- 
ſchrift der V. vom 4, Decbr. 1672, wornach die creditirte 
Forderung des Apothekers allen andern vorgehen ſoll, 
iſt bei uns nie angewandt,, welches geschehen müßte, wenn 
die hier bekämpfte Anſicht bei uns practiſch wäre, da selbige 
nirgends aufgehoben iſt, Indeß hat der Apotheker auch nicht 
nach dieser, sondern nach ' ſpätern Verfügungen sein Priviles 
ium, und zwar nur für das letzte Jahr, welches aber in den 
letzten Zeiten selten von ‘Nutzen gewesen iſt, da die mehr pris 
vilegirten Forderungen, welche nicht unbedeutend ſind, *) ſels 
ten befriedigt werden. ; . 
Dazu kömmt denn, daß die Forderung gewöhnlich zu 
alt wird, indem der Apotheker seinem Schuidner aus Achtung 
und menſchlichem Gefühl, nicht gleich beim Jahresſchluß drin- 
gen kann, und. daher, so wie überhaupt ein. Jahr Vorzugs- 
recht ihm und dem Arzt so viel wie gar nichts nützt, Durch 
die Einklage hat der Apotheker in der Regel Koſten, meht 
s) S. Schult und Hennings od ;
	        

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