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Ê~ 7136 Ä
. dieſe dem Tacitus beigelegte Schrift gar nicht gekannt zu har
ben scheint ~ und gewiß keine der unwichtigſten. #) E -<1
; Es frägt ſich alſo: Sollte Saxo wirklich keine Cimbrer
gekannt haben? und — wenn er ſie kannte, wie iſt es zu er-
klären, daß er ihrer, und beſonders ihres Zugs gegen die Rö-
mer, auch mit keinem Worte gedenkt?
. Die erſte Hälfte der Frage, in der Allgemeinheit geſtell,,
muß man unbedingt bejahen. Denn Saxo war für ſeine Zeit
ein ſehr gelehrter Mann und in den alten Römiſchen Schrift- .
tellern ungemein beleſen. Wie wäre es nun denkbar, daß er
das, was dieſe Schriſt]teler über den Cimbrerzug berichten,
völlig überſehen, oder, da ihre Berichtc zur Ergänzung der
„ früheren Geſchichte des Nordens zu dienen ſcheinen, für ſei-
nen Zweck. eine möglichſt ausfühliche Geſchichte des Dänen-
volks zu liefern, unbenuzt gelaſſen haben ſollte? ‘ Dies iſt um.
deſto unwahrſcheinlicher, da er die vertrauteſte Bekanntſchaft -
mit zweien unter dieſen Schriftſtellern gemacht hatte, welche
beide den Cimbrerzug erzählen Livius, deſſen Geſchichtsbür
cher damals höchſt wahrſcheinlich noch vollſtändig vorhanden
waren, und Valerius Maximus. QJenem bildete er manche
Reden nach, die er ſeine nordijche Helden halten läßt, und von| die-
ſem erborgt er manches in der Form und Wendung der Sprache.
î E s iſt alſo wol so gut als auégemacht,. daß Saxo d'en.
Cimbrer aus den Röôömiſchen Schriftſtellern kannte. Iſt dies J
der Fall, so entſteht zweitens die Frage:
Woher kömmt es, daß Saxo in ſeinem Geſchichtswerke.
der Cimbrer und beſonders ihres merkwürdigen Zugs nach
. Gallien und Italien nicht gedenkt ?
Die einfache Antwort auf diese Frage könnte wol alſo
lauten: weil er zwar Cimbrer kannte, aber nicht als vorma-
lige Bewohner Dänemarks, oder Jütlands –~ und dies ſteht
wo nicht zu erweiſen,. doch wenigſtens wahrſcheinlich zu machen.
Unter den alten Römern ſind drei Schriftſteller, die. den
Urſitz der Cimbrer mehr oder weniger beſtimmt angeben Mela,
Plinius der äitere und Tacitus. Der erſte sagt blos „„nörd-
„lich über Deutſchland findet ſich der kodaniſche Meerbuſen
„viele Inseln in ſich enthaltend.-- dahin verlegt er denn auch ..
den Urſitz der Cimbrer und Teutonen. . Der zweite ſpricht
von einer Halbinſel nördlich von Deutschland aus in das Meer ;

*) Aber Adam v. Bremen kannte doch Tacitus Germania. Mün-
ter Geschichte der Einführung des Chriſtenthums é §s i

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