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ren Werke über die Deutſche und Dänische Geschichte wiederum
von den Cimbrern als einem germaniſchen Urvolke, wohnend
„ auf der jütiſchen Halbinsel, führe ihren Zug gen Italien, als
eins der älteſten Ereigniſſe in der Geschichte des Europäiſchen
Nordens an, nennt ihren vermeinlichen Urſiß noch immer
hersonesus Cimbrica und findet, vermöge der RKunſt zu
etymologiſiren, noch in manchen Dialekten der Deutschen und
Skandinavischen Sprache Ueberbleibſel der Cimbriſchenz obgleich
es höchſt wahrscheinlich iſt, daß der in das Römerreich eindrin-
gende Volkshaufen, der aus sehr verschiedenen Volksſtämmen
zuſammengesetzt war, unter ſich, nicht Eine Sprache redeten,
sondern ſich unter einander durch einen aus mehreren zuſam-
mengefloſſenen Gallimatias, zu verſtändigen wußte. Ith vers
mag mir dies nicht anders zu erklären, als daß ich annehmer -,
entweder ſind die von Müller vorgebrachten Einwendungen
gegen die hergebrachte Meinung nicht jedem einleuchtend und wure
den von manchem zu leicht befunden; oder die neueſten Geſchichts-
ſchreiber haben ſich durch das gekräuſelte Latein, in welchem Müle
ler ſchrieb, von Durchlesen seines Buches abhalten laſſen. #)
Meine Abſicht bei dem gegenwärtigen Aufsatz iſt keines-
weges, die von Müller gegen die hergebrachte Meinung über
den Ursitz der Cimbrer vorgebrachten Einwendungen von neuem
kritiſch zu prüfen und ſie einer abermaligen Reviſion zu unter-
ziehen, sondern die, auf einen Umſtand aufmerksam zu mas '
chen, welcher den von Müller vorgebrachten Gründen ein neues .
Gewicht beizulegen ſcheint, nämlich : daß der Schriftſteler ds.
Mittelalters, welcher uns die ausführlichſte Geschichte des Där
niſchen Volks liefert, Sax, gar keine Cimbrer zu kennen
ſcheintz aufmerkſam darauf geworden durch die CEinwendun-
gen, welche neulich einer der vorzüglichſten Philologen Deutsch-
lands ~ Seebode ~ gegen die Aechtheit der Germania des
Tacitus gemacht hat. Unter diesen iſt auch die, daß Saxo
E

*) Wann werden unsere neuen Lateiner von dem Wahne zurückkehs
ren, daß gekräuſeltes Latein, ſchönes Latein iſt und, daß man
um'in dieſer Sprache elegant zu ſchreiben, die Wörter möglichſk
„unter einander werfen und die Conſtruction derselben möglichſr
verworren machen müſſe. Einer unserer vorzüglichſten Philolos
gen äußerte ſeinen Widerwillen über dies Unwesen einmal da-
hin: wer mir mehr Mühe matht, ſeine lateiniſchen Worte zu
[ conſtruiren uud seiuen Styl zu dechifriren, als Tacitus, Sallu
'.. der Umerianus Marcellinus, von dem behaupte ich, daß er
ê Cclecht Latein ſchreibt. © Von Müllers Buch über den Cims
brerzug iſt, wie ich aus dem Convetſations - Lexikon erſehs, spe
s terhiu eine deutſche Ueberſequug herausgekommen.

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