Full text: (Siebter Band)

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genſtellen kann, eben so wenig kann eine Minorität opponi- 
render Stimmen eines. Theils der Repräsentanten die Ge- 
sammtverbindlichkeit des Willens der Mehrheit der Reprä- 
; _ ſentanten für die ganze Gemeinde aufheben oder beschränken. 
Daß es hier auch nicht darauf ankomme, ob die repräsentir- 
ten blos physische oder zum Theil oder sämmtlich moralische 
Personen sind und als’ solche vielleicht wieder eigene Gemein- 
heiten bilden, iſt einleuchtend, denn der Beſchluß der Mehr. 
heit der Repräsentanten, welcher den idealen Willen der 
ganzen Gemeinde: darſtellt, bindet alle einzelne Glieder des 
Ganzen als solche ohne Rücksicht auf ihre besondere Quan 
lität eben sowol, wie der Beschluß der ganzen Gemeinde es 
. thun würde, denn die Gemeinde hört auf eine solche zu 
seyn, sobald sie sich vereinzelt und man den Willen jeves 
Individiums für sich als entscheidend beſtehen lassen wollte. 
. Man könnte einwenden, daß doch der Mehrheit der 
: Repräsentanten einer Gemeinde nicht das Recht zuſtehen 
 Lkönne, über jura singulorum zu entscheiden. Das iſt aller- 
dings nicht zu läugnen, aber aus keinem andern Grunbe, 
als weil es der. Gesammtheit der Repräsentanten, ja der 
ganzen Gemeinde nicht zuſteht, über Rechte der Einzelnen 
als Einzelner zu verfügen. Denn was kann denn jener 
Ausdrut ,. jura 'singulorum “ wol anders heißen, als dies- 
jenigen Rechte, welche die singnli beim Eintritt in die Gen 
meinde sich als Gegenſtand ihrer privativen Disposition vor- 
- behalten haben, rücksichtlich welcher sie also unbeschränkt und 
nicht Mitglieder der Gemeinde sind? ~ Uebber diese ſteht 
der Gemeinde selbſt keine Befugniß zu, eben so wenig also 
Den Repräsentanten derselben, denen ihre Committenten nas 
türlich keine andere Rechte übertragen können als diejenigen, 
welche sie felbſt besizen. Ein Gemeindebeschluß über jura 
sîngulorumiſt eo ipso null, gleichviel ob er in Urverſamm- 
lungen oder von Stellvertretern mit größerer oder minderer 
Stimmenmehrheit oder gar einſtimmig gefaßt iſt, aus dem 
einfachen Grunde, weil er einen Gegenstand befaßt, der gar . 
 
	        
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