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î ehr in Fäulniß übergegangener Leichen aufgefordert wird,
ſo kann er dieselbe, wenn sie die Conſtatirung eines Krimi-
nalverbrechens betrifft, nur ablehnen, wenn er eidlich darthut,
daß eine solche Untersuchung für ihn und die andern Mit-
glieder des Gerichts mit offenbarer Gefahr für Gesundheit
und Leben verknüpft sey.. Eine solche Gefahr iſt aber wohl
in seltenen Fällen evident zu machen. Ref. hat Leichen uns
tersucht, die in sehr verschiedenen Stufen der Verwesung bee Y
griffen waren, Wochen, Monate, bis 6 Jahre lang unter der
Erde gelegen hatten, ohne von diesen Operationen mehr als
vorübergehende Beschwerden zu empfinden. In den neueſten
Zeiten wird auch durch die Entdeckung der fäulnißwidrigen

Kräfte des Chlorinekalks, sowohl die Gefahr als auch die
Beſchwerde solcher Leichenöffnungen bedeutend vermindert.
; Anm. 2. Wenn etwa der zu obduzirende Leichnam,
ehe eine gerichtliche Section nöthig befunden, schon zur Pri-
vatſection gebraucht wäre, so wird über diese Section und
ihr Ergebniß eine beeidigte Relation von dem Arzte, welcher
dieselbe verrichtet hat, zu den Acten eingereicht, in dem Fall
daß nehmlich das corpus delicti bei dieser ſchon feſtgeſtell..
und die Section vollſtändig gewesen iſt. Iſt dagegen das
corpus delicti nicht bei der Privatsection gefunden, so iſt
noch eine Legaluntersuchung nothwendig, wobei die Theile
in dem vorgefundenen Zuſtande beschrieben werden und nach-
her ein Bericht über das Verfahren und die Ergebnisse der
vorhergegangenen Privatsection von dem Arzte, welcher die
selbe gemacht, eingefordert wird. M ;
Q 4) Abfassung des Gutachtens.
Nach beendigter Untersuchung wird dem gerichtlichen ,
Arzte von dem Actuarius baldmöglichſt eine beglaubigte Ab-
ſchrift des Obductionsprotocolls unentgeltlich mitgetheilt und
auf dieses baut derselbe nun seinen Fundſchein, sein’ visum
et repertum *), nemlich die Aufzählung des bei der Obs
f wN aaa
#) Das Obductionsprotocoll und das viznm und repertum oder

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