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vorgelesen und,. wenn es richtig befunden wird, von sämmt-
lichen Mitgliedern des Gerichts, auch von dem ſecirenden
Chirurg (welcher jetzt die Vereinigung der geöffneten Theile
zu besorgen hat). unterschrieben. Wenn nun der Physicus
ſchon gleich aus dem Befunde über den Thatbeſtand ein be-
ſtimmtes Urtheil fällen kann, und ein solches. ſchon jetzt, etwa
zur Einleitung einer criminellen Untersuchung nöthig wäre,
so giebt er ein solches gleich nach der Obduction zu Protocoll
“ und unterſchreibt es allein. Dabei muß er ſich aber vor
einem unbedachten Urtheil wohl hüten. Ueberhaupt muß er
ſich hüten, nicht vorschnell über den Befund eine Meinung
zu äußern gegen. die Glieder des Gerichtes und noch weni-
ger gegen das Publicum, wodurch er sich selbſt in Verlegen-
heit setzen und die criminelle Untersuchung benachtheiligen
kann.
k. Wenn etwa während der Obduction Gegenſtände in
der Leiche gefunden werden, welche mit der Todesursache in
„ einer Kauſalverbindung ſtehen, z. B. Kugeln, Knochenſplit-
ter, Gift u. dgl., so werden diese Gegenstände entweder als
Beweisſtücke oder zu näherer Untersuchung ad acta genom-
_ men. So wird namentlich das Gift mit den Eingeweiden
in gehörig versiegelten Gefäßen aufbewahrt und etwa nur
eine vorläufige Probe mit demselben, während der Obductien
angeſtell. Das ad acta genommene Gift wird nun zu Hauſe
von dem Physicus mit Zuziehung eines oder zweier zu die-
.. sem Acte besonders beeidigter und dazu geschickter. Apotheker
f sorgfältig geprüft und dieſe geben mit dem Phyſicus über
das Verfahren bei der Untersuchung und die Reſultate den.
; ©] selben ein unterſchriebenes und besiegeltes Gutachten. Daß
. | zu ſolchen Untersuchungen Chemiker ex prokesso hinzugezogen
; werden, iſt deshalb nöthig, weil dem Phyſsicus, wenn er gleieh
die nöthigen chemiſchen Kenntnisse besizen muß, wie der
: Apotheker, doch die . Gewandheit in Anſtellung chemiſcher
; ' Analysen und Untersuchungen in der Regel abgeht.
_ Anm. 1. Wenn der Phyſicus zur Obduction bereits



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