ÔÄ~ 666 P
wird, an welchem Orte die Obduction vorgenommen und z
was etwa während des Entkleidens Bemerkliches wahrge-
nommenz dann Conſtitution, Geſchlecht, ungefähres Alter,
Grad der Fäulniß der Leiche und alles was sich auf der
Oberfläche Abnormes befindet, beſchrieben, . Wenn fich Ver-
letzungen auf der Oberfläche zeigen, ſo darf auch die gering-
fügigſte nicht überſehen werden, sondern muß nach ihrer ges
genwärtigen Lage, Größe und übrigen Beschaffenheit be-
ftimmt werden, wobei eine besonders genaue Terminologie |
nothwendig iſt, so daß der Arzt z. B. eine Erosion nicht
; vexwechſeln darf mit einer Sugillation oder Excoriation u, f.w.;. |
c. Oeffnung der Leiche. Nach der äußerlichen Beſich- .
> tigung wird zur Oeffnung des Körpers geschritten und zwar
zuerſt derjenigen Höle, in welcher die Hauptverletzung iſt,
wenn eine solche entweder ſchon äußerlich erkennbar oder wmm
gegründete Muthmaaßung für eine ſolche da iſt. Jedesmal .
werden aber alle drei Hölen geöffnet, auch wenn in der er-
ſten schon die Todesursache entdeckt iſt, da es möglich iſt,
daß in einex andern noch eine entfernte Veranlaſſung zum. |
Tode oder doch eine Abnormität zugegen iſt, und um af |
jeden Fall dem Defensor eine solche Ausflucht abzuschneiden.
d. Verhältniß der an der Obduction theilnehmendſen
Personen unter einander bei dem Acte. Wo ein Chirurgus
die Section verrichtet, da hat. er sich ganz nach der Anwei-
sung des Physicus zu richten, der überhaupt den ganzen Act
ausschließlich dirigirt und dem Actuarius das von ihm Bes
obachtete in die Feder dictirt, so laut, daß Richter und Bei-
_ ſiter es hören können. Wo nun etwa in dem Beobachteten
der Richter abweichender Meinung iſt, da muß er währen ô
des- Dictirens dem Physicus seine Meinung mit den Grün-
1 den mittheilen und kann nach beendigtem Aétus dieselbe mit

den Gründen zu Protocoll geben.
; e. Schluß des Obductionsactes. Nach. beendigtem Ob-
ductionsacte wird vom Actuarius dem Physicus in Gegen-
genwart sämmtlicher Theilnehmer deſſelhen, das Protocoll

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.