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men Tobdesart, als auch bei todscheinenden Personen, der
Obrigkeit oder dem Beamten des Orts unverzüglich davon !
Anzeige zu machen. (S. 274.)
2) Wer oſoll gerichtliche Obductionen vor-
nehmen?
Eine Legal-» Besi chéigung oder Section, die dem Kris
minalrichter gültig seyn, die einen Thatbeſtand, ein corpus
delicli geben, wodurch ein begangenes Verbrechen als sols
ches conſtiren soll, darf nie vom Arzte allein vorgenommen
werden, wie auch in der cit. Verordn. wiederholt einges
ſchärft iſt, Richter, Actuarius und Zeugen müſſen dabei zu-
gegen seyn, und die Requisſition zu dem gerichtlichen Acte |
muß von der Juſtiz- oder Polizeibehörde an den Arzt ges
vs.: Arzt darf eine Legal-Obduction verrichten, welcher |
nicht durch das überſtandene Physicatsexamen seine Tüchtig-
keit zu dem Geschäfte dargethan hat, auch in den Diſtricten,
wo noch kein Phyſicus angeſtellt iſt ~ eine Regel die gerade 1
da " oft nicht beachtet wird.
Die Gegenwart eines Chirurgen iſt, wie schon bemerkt, |
in den Herzogthümern nicht zu einem vollſtändigen und gül-
tigen Obductionsacte erforderlich, indessen wird herkömmlich J
ein Chirurg hinzugezogen und ein solcher erleichtert auch
dem Physicus sein Geschäft sehr und erlaubt ihm um ſo
mehr seine Aufmerksamkeit auf den Befund und auf das
Dictiren des Protocolls zu richten. Auf jeden Fall wird
der Chirurg nur vom Physicus requirirt und gewählt, wo
. nicht schon ein Amts - oder Diſtrictschirurg vorhanden iſt.
Iſt der Gehülfe ein nur untergeordneter Chrirurg, ein Bar-
bier, so unterschreibt er das Obductionsprotocoll mit als
Zeuge, aber nicht das Elogium med., iſt er aber ein examis
nirter Chirurg, so unterschreibt er Beides. ;
Iſt der Obducirte während einer Krankheit geſtorben
oder hat er nach einer Verletzung eine Zeitlang gelebt, ſo
iſt der Arzt oder Wundarzt, welcher ihn behandelt hat, zu

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