Full text: (Siebter Band)

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immer Mittel finden die unſtät treibenden Wogeh der Menge 
nach seiner Absicht zu leiten. Und in wieferne iſt jeder Ein- 
zelie, der seine Stimme über eine das Allgemeine betref- 
fende Angelegenheit abgiebt, denn dadurch mehr geſsichert, 
daß seine Willensmeinung die durchſtehende seyn werde? 
Er hat, wie de Lolin e mit Recht äußert, nicht durch seine 
Stimme die Annahme oder Verwerfung des in Frage ſtehen- 
den Beſchluſſes bewirkt, er hat nur zu desſen Annahme ſei- 
nen zehntauſendſten Theil beigetragen oder beizutragen ge- 
schienen, er hat keine Gelegenheit gehabt, gegen den vorge- 
ſchlagenen Beschluß Einwendungen zu machen oder ihn in 
Untersuchung zu ziehen oder Einschränkungen vorzuſchlagen, 
" es iſt ihm nur verſtattet, sein Ja oder Nein abzugeben. 
. êGeht der Beschluß, für den er geſtimmt hat, durch, so iſt 
dies nicht eine Folge seiner Stimme, sondern weil zufällig 
" mehrere in hinreichender Anzahl sich auf seiner Seite fanden; 
geht ein Beschluß wider seinen Willen durch, so muß er sich 
nichts . deſtoweniger diesem unterwerfen. So ſtellt die Po- 
pular - Verfaſſung die Herrschaft der Leidenschaft, das 
blinde Reich der Sinne dar, darum muß dies sich 
. eine. Führer wählen und durch die Wahl derselben, durch 
Stellvertreter des allgemeinen Willens, denen es ganz und - 
utbedingt alle und jede, einem jeden Einzelnen und somit 
der Geſammtheit Aller, zustehenden Rechte und Befugniſſe 
überträgt, erhebt es sich zum Reiche der Vernunft. 
Die Männer, welche die Wahl des Volks als diejenigen 
heraushebt, denen es sein Heil, die Sorge für das allges 
meine Beſte und damit für das Beſte jedes Einzelnen an. s 
vertraut, werden eben durch diese Wahl vom Volke als solche - 
anerkannt, zu denen es das feſte Vertrauen hegt, sie würden 
sich nicht von ihrem egoiſtiſchen Interesse, sondern von ihrer 
reinen Ueberzeugung des allgemeinen Beſten leiten lasen. 
und zugleich die beſte Einsicht von den Mitteln, dieſs z.. 
' erreichen, besitzen. Dieses Vertrauen und die von ihnen über- 
nommene Verpflichtung muß den Repräsentanten den ihnen 
 
	        
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