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von der Kopenhagener Schule sind gut unterrichtet und, was :
besonders wichtig, vorsichtig; wo man überhaupt gegründete
Klage über die Hebammen führt, da liegt es nicht am Man-
gel beſtehender Gesetze, sondern an mangelhafter Aufsicht des
Physicus. Besonders wichtig iſt, daß die Hebammen ange-
halten werden, ihre jährlichen Liſten einzuliefern, was an
einigen Orten gar nicht geschieht. Sie sind das einzige
Mittel da, wo der Physicus nicht selber practiſcher Geburts-
. helfer iſt, ihr Thun zu controlliren .#).
7) Ferner kommen noch in Betracht als Medizinal-
. Personen, die Bader oder Barbiere, die zur medizini-
ſchen und chirurgischen Praxis und die zur Aus-
übung einzelner Fertigkeiten Concessionir-
ten. Die Geschäfte der Bader sind in der Fundationsacte
der chirurgischen Akademie sehr zweckmäßig beschränkt auf das
Setzen der Klyſtiere, Egel und Spanischen Fliegen, wie auch
aufs Schröpfen und Baden. Außerdem soll ihnen nur das
. Aderlaſsſen und in Nothfällen die erſte Hülfsleiſtung bis ein
zur Praxis berufener Chirurg herbeigeholt werden kann, frei-
ſtehèên. (S. 89) Endlich iſt ihnen auch das Zahnaus-
ziehen geſtattet (S. 93) und zur Ausübung dieser Fertig-
_ keiten müſſen sie vor Aufnahme in die Zunft vom Physicus
des Diſtricts und zweien Amtschirurgen geprüft werden. ]
Uebrigens iſt die Befugniß der Barbierämter und der Um-
fang ihrer Gerechtſame am beſten zu erſehen aus den Amts-
*) Faſt eben so wititig als die Eortrole des Staats iber die Ge:
t: wor fle diert ') ch k n fra h pr -
lich angeſtellte und beeidigte Perſonen ſeyn. Sie müſſen die
! Merkmale des Scheintodes und des wahren Todes kennen, ie.
lind oft die Einzigeu, welche die Behörden auf gewaltſame Tos
' desarten durch Gift öder Verlezungen aufmerkſam machen kön-
ven, von bösartigen anſteckenden Krankheiten, welche verheim-
z: licht werden, durch ihr Geschäft oft die erſte Kunde bekommen
u. ſ. w.
Staatsd. Mag. Vd. vir. Heft. 3 u. . 42 ;

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