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einen hinlänglich großen Spielraum lassen, für jeden rechts. -
ſchaffenen, pflichttreuen Beamten immer erwünſcht ſind und.
ihr Mangel nur dem nachläſſsigen und unredlichen eine wills.
Fommene Ausflucht bei seinen Vergehungen gewährt. Die
Vorschriften, welche die Phyſicatsbeſtallung enthält,. erwähoen.
nen blos ganz allgemein, daß der Phyſicus den Armen uns-
entgeltlich beiſtehen, bei anſteckenden Krankheiten die Maaß-
regeln einleiten und berichten, gerichtliche Obductionen vors
nehmen und die Apotheken visitiren soll; < sie bedürften
sehr einer Revision und Erweiterung. ;
. Der Physicus ſteht zunächſt in Amtssachen unter dem
Sanitätscollegio. Daſſelbe iſt seine Oberbehörde und kann
ihn sogar von seinem Amte sſuſpendiren. Er hat dem Cols
- legio einen jährlichen Bericht abzuſtatten nach einem Schema,.
"welches S. 33-35 mitgetheilt iſt. Als eine consultative
Behörde wird der Phyſicus angesehen vom Magiſtrate der ]
Stadt und der Oberbehörde des Landdiſtrictes (Amtmann, ;
Landvogt rc.); er bekommt von diesen Behörden Aufträge.
_ und erſtattet Berichte an dieselben. Außerdem muß er ih- j
nen unaufgefordert Anzeigen machen von allen Mißbräuchen ;


im Medizinalweſen, die zu beſei tigen oder zu ahnden vor
ihr Forum gehört. In einem coordinirten Verhältniſse ſteht
er zu den Polizeibehörden seines Diſtricts, durch welche großen-
theils die von ihm empfohlenen allgemeinen Gesundheits«
maaßregeln zur Ausführung gebracht werden sollen. Zus
nächſt unter seiner Aufsicht ſtehen die Apotheker und die Heb-
ammen, in einigen Diſtricten auch die Diſtrictschirurgen..
Die übrigen zur Praxis berechtigten Aerzte und Wundärzte
sind ihm nicht ſubordinirt, Der Physicus. iſt alſo, dem Bes-
griffe seines Amtes nach, eine consultative Behörde, er soll
bei den Juſtiz- und Polizeibehörden den Mangel medizini-
ſchen Wiſſens im weiteſten Umfang suppliren, wenn ihnen
ein solches zu ihrer Amtsführung nöthig wird, er repräſen-
tirt in seinem Diſtrict die Naturkunde, und varum heißt e
mit Recht ein Phyſicus. Er würde aber sein Amt ſchlecht

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