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_ Hittderniſſe im Wege standen als jetzt, so lange dauern konnte!
Und welche Hinderniſſe konnten denn einer Maaßregel,. die,
ohne eines Einzelnen Ansprüche zu kränken, nur als dem
Gemeinwesen erſprießlich erſcheint, als’ unüberwindlich im
Wege ſtehen? Doch nicht etwa Mangel an Fonds für eine
höhere Besoldung der Physiker? Sie iſt allerdings wün-,
ſchenswerth. Eine Besoldung von 5 Schillingen für jeden
zu den außerordentlichen Amtsanlagen pflichtigen Pflug des
Diſtrictes (S. 33) :ſteht weder in Verhältniſſe mit dem seit
S0 Jahren so sehr verminderten Werthe des Geldes, noch
mit den Beschwerden und Verpflichtungen des Amtes; allein
die Besoldung iſt für den öffentlichen Arzt doch nicht die
Hauptsache. Auch bei dem bisherigen Gehalte würde die.
veränderte Eintheilung der Physicate ohne Hinderniß aus-
führbar seyn, es würde Keiner sich weigern, wenn mit dem
| bisherigen lixo die üblichen Nebeneinnahmen, z. B. der öf-

feritlichen Vaccination, verbunden blieben, und er nicht ge-
nôthigt wäre seinen Wohnort zu verändern, einen veränder-
ten und selbſt größern Kreis seines amtlichen Wirkens zu
übernehmen, im Falle daß ihm dieser nur näher und beque-
mer läge. Zeichnen sich doch unsere Physiker von jeher das
durch vor allen andern Beamten aus, daß ihnen für ihre
Amtstreue, auch wenn sie in ihrem schweren Beruf, der ih-
nen oft Gesundheit und Leben koſtet, ergraut sind, weder
Band noch Titel wird und daß sie mit dem lohnenden Ges :
fühl, das ihnen die Stimme der eigenen Bruſt und das Ver-
trauen und die Liebe ihrer Mitbürger gewährt, sich gerne
begnügen. (Mit den Schätzen, welche, nach dem Sprich-
_ worte, Galen seinen Jüngern verschaffen soll, iſt es, bei dem
Uebermaaße der Aerzte, wenigſtens in unserem Lande, wohl
für die Meiſten vorbei.)
Ein großer Mangel iſt, daß der Physicus keine In-
ftruction hat; wie denn überhaupt Inſtructionen, obgleich sie,
ihrer Natur nach, nicht die ganze Wirkungssphäre des Be-
aniten. erſchöpfen können, sondern seinem freien Thun noch

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