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das einzige Mittel, den für die Kunſt, für das Publicum
und den ganzen ärztlichen Stand höchſt bedenklichen über-
mäßigen Zudrang zum Studium der Medizin zu beſchrän-
ken, den Doctorhut etwas höher zu hängen, damit nach
seiner Erlangung, die dann nur dem Tüchtigſten zu Theil
.. werden kann, der Brodkorb deſto leichter zu erreichen sey.
Uebrigens iſt nicht zu vergeſſen, daß das mediziniſche Examen,
seiner Natur nach, nur die Kenntniſſe und einigermaaßen
auch die praktische Fertigkeit des Kandidaten prüfen kann,
daß aber Kunsitalent, Klarheit der Begriffe, Genie eben so
wichtige Requiſite 'für den Arzt sind als Kenntniſſe, und
daß Jeder, wenn es möglich wäre, vor Antritt seiner akade-
miſchen Laufbahn zu prüfen wäre, ob er diese Gaben besitzt.
Uebrigens enthält sich Ref. hier billig aller weiteren Erör-
' terung über diese Angelegenheit, da dieselbe seinem amtli-
chen Wirkungskreise angehört. Unter den abgedruckten, die
medizinischen Bildungsanſtalten in Kiel betreffenden Veroron.
haben wir ungerne die Stiftung der Hebammenanſtalt
und des Gebärhauſes vom 26. April 1805 vermißt. Bei
den das anatomische Theater betreffenden Vorſchriften
wären noch zu nennen gewesen die, freilich nicht in exten- |
so gedruckten, ſondern nur in dem Index musei anatomi- |
ci Kil. auct. Seidel genannten Rescripte von 40ten Oct.
. 4769 an die Aufseher des Armenweſens in Kiel, wornach die
Leichname der Perſonen, die in dieser Stadt von Armen-
geldern unterhalten wörden find, an das anatomische Thea-
ter sollen abgeliefert werden, welche Vorſchrift den 21. Oct.
Q 4777 erneuert und in einem Reſcr. an den Kieler Magiſtrat
v. 9 Jan. 4778 auch über die in Kiel geſtorbenen uneheli-
chen Kinder, deren Beerdigung auf Koſten der Armenkaſſe |
geſchehen müßte, ausgedehnt wird. Endlich noch ein Reſcr.
an den Kieler Magiſtrat vom 5. Nov. 1793, welches in dem
Seilerſchen Index nicht mit abgedruckt iſt, nach welchem die Lei-
chen derjenigen Kieler Stadtarmen, die durch ihre'eigne Schuld
verarmt sind, dem anatomiſchen Theater gehören. So man-

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