Bürgerſtandes verbreitet, und nicht wenig beigetragen hat;
in- schweren Bedrängniſsen Land und Leute aufrecht zu halten.
. .So war auch, im Allgemeinen, die Regierung dem Un-
terthan väterlich gesinnt. Bei einem altherkömmlichen, und |
folglich unsyſtematifchen und werwickelten Steuerwesen, war
möglichſte Schonung des Beſtandes der. Steuernden herges
brachter Grundsatz: mit einor wohlorganisirten Rechnungs-
Führung und Ablegung, und mit unnachſichtlicher Schärfe
in der Revision, verbanden sich billige Grundsätze über Res
mission inexigibler Steuern. ~ Der Beamte lernte bald die
beiden Endpunkte seiner Aufgabe: das. Intereſſe der Herrs
schaft, und das Wohl der Untergebenen in Eine Dienſtpflicht
vereinigen: ja bei längerem Aufenthalt in seinem Amt machte
die natürliche Theilnahme an dem Geschick seiner Pflegbe-

fohlnen ihn oft, wo beide Forderungen zu ſtreiten schienen,
zum unerſchrokenen Vertteter der Amts zUntergéhörigen ges
gen das Intereſſe der Cammer, welches hinwiederum. von
der, dem entfernten, nur wohlthätig wirkenden, so tief als
freudig verehrten Landesherrn gewidmeten Liebe und Ehrs
furcht, scharf geschieden ward. Der Beamte glaubte seinen
Fürſten zu dienen, wenn er den Unterthan verträt: die all-
_ gemein verbreitete Ueberzeugung, daß damit des Fürſten Wille
geſchehe, war es, was unter langem feindlichen Druck und
ſchwerer Prüfung die treue: Herzen der uztethmues ih
erhielt.
So war in jener Zeit die Stellung der Hannoverschen
Amtmänner; unſeres’ Bedünkens ein Muſter jener halbs » pas
triarchaliſchen Verwaltung, die im Vertrauen auf die Person;
eine Miſchung mehrerer Attribute und Functionen, einfaché
Formen für einfache Verhältnisse, duldete, die sich aber freis
lich mit den Verwaltungsformen französischen Ursprungs,
von Friedrich des Großen und Napoleons Zeiten her, mit
ſtrenger Trennung der Geſchäftszweige, tabellarischer Förm«
lichkeit, Vervielfältigung der Beamten und der Controllen, wos
nach jeder Verwaltende als verdächtig vorausgesetzt wird;

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