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Amts, das Vertrauen, deſſen er von Seiten seiner Regies
rung genoß, und das mit dem seiner Mitbürger gleichen
Schritt hielt: gewiß für den Beamten ein so wünſchenss
werthes, als leicht zu verſcherzendes Ebenmaaß!
In Ratzeburg hatte damals ein Verein wohlhabender
Häuser eine angenehme Geselligkeit einheimisch gemacht, die
die Residenz kaum entbehren ließ, hier verlebte Compe, in
der freundlichen Dienſtwohnung am Ufer des Sees, mitten
unter gehäuften Arbeiten, die glücklichſten Jahre, die nur durch
häufig wiederkehrende Kränklichkeit getrübt wurden, dern.
er noch in seinem Alter sich gern zu erinnern pflegte.
Comp e war von ſchwächlicher Gesundheit, Nur äußer«
lich von athletiſchem Körperbau, ſchien er durch Neigung
î und Fähigkeit für die Feder und eine sitzende Lebensart be-
ſtimmt, ſcheute er jede heftige, körperliche Anstrengung, war
ihm Jagdkuſt und Leibesübung fremd. Häufige ſchwere
Krankheiten forderten während seines Jünglings- und frühes ]
ren Mannesalters ſtete Sorge für seine Gesundheit und lie-
ßen ihn ſelbſt oft an längerer Lebensdauer zweifeln. Von
, einfacher schlichter Sinnesart, wie er war, zog ihn die Luſt
_ der Jugend wenig an; der Actentiſch ward bald sein liebſter
Sitz und die Gerichtsſtube vorzugsweise sein Aufenthalt; eine
bequeme Geselligkeit am Abend, nicht auf Kartenspiel,
vielmehr auf gemüthlichen Austausch, des Erlebten, und
belehrende Mittheilung gegründet, seine liebſte Erholung.
Seine durch angeſtrengte Arbeit vermehrte Kränklichkeit im
beſten Mannes - Alter kann es allein erklären, daß er, mit
dem häuslichſten Sinn, mit allen Eigenſchaften, die den glück-
lichen Familienvater bilden, ehelos war, und bis an ſein
. Ende blieb.
Zum Theil war es ipot sein Gesundheitszuſtand, dee
j Ihn bewog im Jahr 1792.die ehrenvolle Berufung der Königl.
Cammer. zur Gerichts - Schulzen - Stelle in Göttingen ab-
zulehnen, die durch Versetzung seines älteren Bruders nach
Nienburg vacant geworden war, theils aber auch das leb-

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