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schaften desjenigen, der berufen iſt, überall auf friſcher That
zu handeln, zu richten, zu ſchlichten, Ordnung und Frieden
zu handhaben, die Leiſtungen beizutreiben, Criminal- Untersu-
chungen zu leiten, viele nichtige, manche gerechte Klagen zu
hören, öfter zu ſtrafen als zu belohnen, öfter abzuſchlagen
als zu gewähren.
Diese Eigenschaften besaß der Mann deſſen kurzer Les
bens-Abriß hier, ſtatt aller Lobrede, geliefert werden ſoll.
Friedrich Wilhelm Compe ward den 28ſten Auguſt
4751 zu Hardegsen im Fürſtenthum Göttingen gebohren, wo
sein Vater Licent-Einnehmer war. Er verlor seine Eltern
früh; durch die Unterſtützung eines Oheims, des Bürgermei»
ſters Eb brecht aber ward er in den Stand geselzt, zwei
Jahre auf dem Gymnaſio ‘in Hildesheim, und drei und ein
halbes Jahr die Rechte in Göttingen zu ſtudiren. Es lasse
sich annehmen, daß die Anlagen des jungen Compe ſchon
damals Aufmerksamkeit erregten; denn unmittelbar nach Bes
endigung seiner Studien ward ihm vom Königl. Miniſterio
der Auftrag. die Stadt-Regriſtatur zu Hardegsen in Ords
nung zu bringen, und 1775, im 24sten Jahr, sehen wir ihn
bei dem Hannoverſchen Amt Coldingen angeſtellt. So früh
ſchon bemächtigte sich der Dienſt des jungen Praktikers, daß
er erſt im Jahr 1777 sein Examen nehmen konnte. Er er-
. hielt darin das Prädicat: oplime und den Vorzug vor als
len mit ihm zugleich Angeſtellten.
Von hier an ging er nun im vorgezeichneten Gleiſe,
doch unter güriſtigen Umſtänden, durch die treffliche Beams
tenſchule, die Hannover an dem Jnſtitut seiner Amts-Audito-
ren besitzt, ein Inſtitut das, wie es den Jüngling unter der
Leitung erfahrner Beamten in mannigfaltigen Geſchäften
übt, ihn in unmittelbare Berührung mit Menschen und Vers
hältniſſen aller Art bringt, o ihm auch eine Aussicht auf.
künftige Beförderung sichert, und eine Laufbahn öffnet, in der
Fähigkeit und Wohlverhalten des Erfolgs nicht verfehlen.
" Der Amts-=Auditor iſt veceideter und verantwortlicher Staats-

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