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In der Kriegsgeschichte Flensburgs hat sich das Kloſter
sweimal- denkwürdig gemacht; einmal nämlich 4440, als
Flensburg in der Gewalt der Dänen war und von den Hol-
ſteinern belagert ward. Denn da die Holſteiner erfuhren,
daß im Kloſter übel Wache gehalten werde, wagte Erich
Krummendiek, einer der Holſt. Anführer, mit wenigen Sol-
daten übers Waſſer (22) zu ſetzen und von dieser Seite
das Kloſter anzugreifen. Der Angriff gelangz er bemäch-
tigte ſich des Kloſters, und eroberte, nachdem er Verſtären.
kung an sich gezogen hatte, von dem Kloſter aus die Stadt. .
Das zweitemal am Palmsonntage 1481, als die Herzöge
Adolf und Gerhard mit wenigen Truppen Flensburg ein-
genommen hatten; die Bürger nämlich reterirten sich nach.
dem Kloſter, als einem sichern Orte, um der erſten Wuth
der Feinde zu entfliehen. -,, Nach Eroberung der Stadt zoo.
gen aber die Truppen vors Kloſter und erbrachen die Thü«
ren; auch nahmen sie die Mönche in Eid und bei denſelben
das Quartier. ; s ss
© Daß es auch in diesem Kloſter nicht an Irregularitäten ges
fehlt habe, erhellt zur Genüge aus dem Umſtande, daß der Pros. .
vinzial des Ordens , Laurentius Brand, im J. 1495 (oder
' 96) hieher kommen mußte, um es zu reformiten und ene.
ſitrengere Diſciplin einzuführen. Anfangs mußten die Mön-
che, wie es heißt, ihr Kloſter räumen; als aber die meiſten
sich dem Gehorſam unterwarfen, bekamen dieſe es wieder ;
die andern wurden fortgejagt. i :
Ums Jahr 14520 fand sich der König als Landesherr
_ veranlaßt, in einer Angelegenheit dieses Kloſters sich ſchrift=.
lich an den Franciſkaner General in Rom zu wenden. Der
Cismontaniſche General - Vikar des Franciſk. Ordens hatte
nämlich ~~ wahrscheinlich bei Gelegenheit der Reformation
E
: dtigls bis an die ſüdlichen Auhöheu hinauf ſich erſtrcket haben
wird. ;
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(22) Wahrscheinlich iſt hierunter der Mühlenteich zu verstehen, de.. Ö

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