Full text: (Siebter Band)

  
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merkenswerth iſt es, daß das Kloſter ein eigenthümliches Haus, 
im Marien-Kirchſpiel in Flensburg besaß, das im Flensbur- 
ger Stadtbuch unter der Benennung vorkömmt: „„dat Mönn 
kenhuß tho Schleswigk-~, wobei der Referent (Cläden) be- 
merkt, daß dieses Haus den Schlesw. Franciskanern zur Nic- 
derlage ~ vermuthlich für ihre erbettelten Victualien ~ ge- 
dient, ſie hier auch größere Freiheit, als in ihrem Kloſter, ge- 
habt, zu Zeiten mit Beiſeitesetzung ihrer Ordensregeln nach 
Luſt zu leben. 
Im Jahre 1342 beschlossen für ſich und ihre Nachfolger - 
die Rathsverwandten der Stadt Schleswig, daß, so oft einer 
von ihnen mit Tode abginge, jeder der Ueberlebenden dem 
Bürgermeiſter ein Pfund Sterling zu dem Zwecke bezahlen 
solle, daß für diese Geldsumme jährlich die keriata nach 
dem Feſte der Stuhlfeier Petri ‘(cathedrae Petri) bei den ' 
Minoriten in der Paulskirche eine Meſſe für die verſtorbenen 
Rathsyerwandten gehalten würde, der bei Strafe von zwei 
Schilling Sterling auch jedes Mitglied. des §4§: verpfliche - 
tet seyn solle beizuwohnen. ! 
Als bei einer gewissen Gelegenheit am Ende des 13ten 
Jahrhunderts ein päbſtlicher Kommiſſarius in Schleswig er-. 
nannt worden war, übergab diesem der Guardian des Klo- 
ſters s) eine, noch vorhandene, Klageschrift gegen einen ſeiner f 
Mönche, Namens Johannes de Argentina, in welcher er 
ſich beſchwerte , daß der Frater sich sehr an ihn - vergrifſen 
und ihn am Kopfe stark verwundet habe, als er ihm über . 
seinen leichtfinnigen Lebenswandel und seine häufige Trun- 
kenheit Vorstellungen gethan und ihn nach ſeiner gelle): - 
verwieſen habe; zugleich bat er den Kommiſſarius“ um des 
heil. Francisci und des heil. Pauli Willen, ihm einen guten 
Rath zu geben, um größeres Unglück zu verhüten. Einen 
allgemeinen Beweis, daß es mit der Diſciplin im Schles- 
wiger Kloſter nicht sonderlich beschaffen gewesen, giebt fol- 
(8.) Laurentius Thuronis, monasterii St. Pauli Guardianus. 
  
  
  
 
	        
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