Full text: (Siebter Band)

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t B E 
war, gelobten die Dithmarſcher/ ber Maria zu Ehren, falls 
fie ihnen ‘den Sieg verleihen würde, ein Kloſter zu stiften; 
dies Gelübde ward auch nicht lange darauf vollzogen, üns: 
 1322 in Marne ein Kloſter angelegt , demfelben auch zwei 
Kollekten durchs ganze Land bewilliget; dafür mußte es 
aber die Verbindlichkeit ühernehmen , zweimal wöchentlich: 
für die im Kriege 1320 gefallenen Dithmarscher Seelenmeſſe- 
zu halten. Wie die Freiheit des Landes 1405 abermals in 
î Gefahr war, nähmen die Dithmarſcher wiederum zur heil. 
Jungfrau ihre Zuflucht, und versprachen auf den Fall des 
Sieges, nicht nur das Kloſter zu Marne fernerhin aufrecht 
zu erhalten; sondern auch eine ansehnliche Verehrung dahin 
zu schicken, und waren nach erhaltenem Siege dieses Gelüba- 
des auch eingedenk. Sie verehrten nämlich ans Kloſter un- 
ter andern Koſtbarkeiten ein silbernes Kreuz, zwo Ellen ! 
hoch und eine breit, einen Kelch von lauterm Golde und 
ein Pfund schwer, auch ein Miſſal mit allen Noten, das ' 
. 300 Rheinische Gulden gekoſtet hatte. Noch einmal finden 
wir hierauf dieses Kloſters erwähnt; denn der Presbyter 
Brein. erzählt beim Jahre 1414, daß damals. ein gewisſſer 
Otto Schinkel ins Kloſter zu Mergene (d.. i. Marne) gegano 
gen sey. (5) Nun verschwindet aber das Marner Kloſter 
gänzlich aus der Geschichte, und auch bei Gelegenheit der 
Reformation iſt von demselben keine Rede. Dagegen finden 
wir, im Jahre 1500 zum erſtenmale und fernerhin mehreres 
| male, eines Kloſters in Meldorf gedacht, und es iſt daher 
 höchſt wahrscheinlich, daß das Marner Kloſter in dém Zeite 
raume von 1414 bis 1500 nach Meldorf verlegt worden 
S § 
(2.) qs gab auch bei- Roſtock ein : Kloſter Namens Mergene, und 
nach dem Presbyter ſol Schinkel ſich in dieses begeben habenz 
allein es iſt höchſt wahrſcheinlich, wie Bolten bemerkt, daß dem 
Presb. das Kloſter zu Marne unbekannt geweſen und er daher . 
_ bei „z Mergene “ irrigerweiſe an das Kloſter bei gioſto ge 
dacht habe. 
 
	        
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