_ Meklenburg und. ! sicht,. das heißt: die Länder,
wo die Wuth des. nördlichen Waſſerſiromes. gebrochen wurde,
wo keine gänzliche Zerſisrung des Bodens, sondern nur eine
Ueberſchwemmung ſtattfand, zeichnen sich auf eine eigen-
thümliche Weiſe durch eine nördliche Flora aus. Nördliche !
Pflanzen, wie sie in ganz Dänemark nicht vorkommen, snd
dort häufig, während die übrigen Verhältniſſe | des Vodens C,
keinesweges sehr abweichend sind von denen der benachbar-
ten Länder. Und wiederum find die südlichen Küſten von
den däniſchen Inseln sehr reich an südlichen Pflanzen, ja es.
zeigen schon die entfernten Ufer des Lübecker Buſens, das
Land Oldenburg uud Nedklenburg eine solche wunderbare
î Unmkehrung der natürlichen Verhältniſſe.. Immerhin kommt
es mir vor, als wenn man dieses am. leichteſten und geriüs
gendſten, als die Wirkung des Hauptſtromes 1 und des darauf
folgenden Rückſtromes erklären könne, und dann haben
wir darin einen abermaligen Beweis, daß jene Kataſtrophe
: eintrat , wie die Erde für die Menſchen bewohnbar , und
wahrscheinlich auch schon von Menschen bewohnt war.
: So weit unsere hiſtoriſchen Nachrichten mit Rücksicht auf
den Norden beſtimmt sind, hat die Oſtsee faſt .dieselben
Verhältnisse gehabt als jetzt. Tacitus nennt das Bothniſche
Meer ein mare pigrum, und man könnte es noch jetzt
nicht beſſer bezeichnen; er erwähnt: daß die Sonne dort zu
gewissen Zeiten nicht untergeht, und der ſchönen Erſcheinun- ;
. gen des Nortlichts in nördlichen Breitenz der Meerbuſen
erſtreckte sich also ‘damals wie jetzt bis an den Polarkreis.
Elin bedeutender Zeitraum liegt zwischen diesen beiden
Gränzen, wohl mögen spätere Forschungen ihn noch mehr
einſchränken; doch darf man nicht vergeſſen, daß man die :
Entwickelung der Erde nicht nach Jahren oder Jahrhunder-
ten,, oder Jahrtausenden ausmessen kann, und daß diese
Zeitrechnung erſt Werth bekömmt, wo das Menſchenge-
schlecht in Conflict tritt mit der Natur.
; m ;

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