Full text: (Siebter Band)

  
  
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päâttete Ländereien enthält, die bekanntlich keinen ſonderlichen 
_ Werth haben. Der hohe Preis des Landes, so wie die gerins 
ge Anzahl von gerichtlich geſchehenen Verkäufen, die niche eln: 
mal ſämintlich aus Konkursen erfolgt, bezeugen nkcht allein uns 
widerlegbar, daß nicht alle Gru dſtücke in Dithmar- 
 ſ en auf Nichts im Werthe gefallen ſind; sondern 
machen es auch durchaus unmöglich, daß der Verfaſſer hier 
täglich die Haydlanger der Gerechtigkeit, oft kalt und mitleids- 
los, die Familien aus ihrem Beſilze vertreillend, gesehen haben 
kann. Brunsbüttel tritt vielmehr in jeder Hinſicht so vortheils 
haft hervor daß es vielleicht in der ganzen Holſteiniſchen Marſch 
kein Ites Kirchspiel giebt, welches in der letzten wohlfeilen 
Zeit eines so hohen Werthes seiner Ländereien ſich rühmen 
kann, und in: welchem, außer einigen Gewesen, in 7 Jahren, 
nur Ein eigentlicher Hof zum Konkurse gekommen iſt. Und 
doch wird deſſen mit keinem Worte in jenem Aufsatze gedacht, 
wie man. es doch billiger Weiſe hätte erwarten sollen. Ober 
iſt Brunsbüttel mit seinen 2000 Morgen des ſchönſten und 
fruchtbarſten Marſchbodens in des Verfassers Idee ſelbſt eine 
Mullität und. nicht der Beachtung werth? © CCinſeitigkeit 
und Mangel an richtiger Beurtheilung und Zusammenstellung 
der wahren Berhältniſſe Dithmarsens, liegen hier so klar zu 
Tage, daß ich ein Mehres darüber zu sagen mich enthalte. 
— Uebrigens will ich nicht in Abrede seyn, daß in Weſſel- 
buhren und Büſum, ja sogar auch in andern Kirchſpielen fich. 
Beiſpiele von einzelnen Höfen aufführen laſsen, die in jener 
Zeit unverkäuflich gewesen ſind, so wenig als ich anderseits be: 
haupten mögte, daß Brunsbüttel als Maaßſtab für ganz Dich- 
marſen zu empfehlen sey. Brunsbüttel und Weſſelbuhren 
ſtehen, was den Kaufpreis ihrer Ländereien betrifft, als Extreme 
einander gegenüber, zwischen denen alle andern Kirchſpiele den 
Uebergang bilden; beide mögen aber, für ſich betrachtet, von 
dem mittlern Durchſchnittspreis. pr. Morgen gleich weit ene 
fru ſeyn. Sehen wir hierbei auf den Schuldenbeſtand der 
andſchaften und Kirchspiele, so findet in dieser Rückficht zwi- 
ſchen Süder- und Norderdithmarſen ein wesentlicher Unterſchied. 
Statt, der auf den Werth der Ländereien nicht ohne Einfluss 
' bleiben kann, und hier nicht mit Stillſchweigen übergangen 
‘werden darf. Süderdithmarsſen hat nur landschaftliche Schul- 
den, wofür die gesammte Landſchaft solidariſch haftet, und wel- 
che in dieſer Beziehung nicht einmal bedeutend ſind; Cämmet- 
. liche, ſüderdithmarſiſ<hen Kirchſpiele ſind dage- 
gen niche allein von aller Kirchſpielſchuld gänzlich 
fret, ſondern die meiſten v on ihnen besitzen sreie 
  
 
	        
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