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Cheile von Dithmarſchen befinden, in den Communualſchulden
eſucht werden muß.. Diese aber haben wiederum ihre Quelle un-
xeitig in Mängeln der Verfaſſung, ' uud ſchlechte Verwaltung mag
hie und da durch Caſſendefecte auch das Ihrige dazu beigetragen
haben. An dem, was einmal geſchehen iſt, ſteht nun freilich jegt
nichts zu ändern, uber möglich bleibt es immer, für die Zukuuft da-
für zu sorgen, daß es nicht ärger werde, und Einrichtungen zu tref-
fen, wodurch die Schuldenlaſt der Commüne allmählig verminderc
werden könne. Abäuderuugen in den öconomiſchen Verfaſſungen
Dithmarſchens uud ſeiner einzelnen Commünen bieten dazu das ein:
zige Hülfsmittel da. Es hat uns in der That gewundert, dag der
§ HVerfaſser des Anfſatzes in den Provinzialberichten. dieſen Puuct, so
gänzlich mit Stiliſchweigen hat übergehen können. - :
Eline wohlgeordnete Comtrnunalverfaſſung hat einen ſehr großen
Werth in vielfacher Beziehung. Eine schlechte dagegen iſt oftmals
nachtheiliger als ggr keine. Wie nach den Ansichten der Regierung
eine gute Communalversaſſung beschaffen seyn soll, hat ſie yoch neu-
lich in dem vortrefflichen Reglement über die oveconomiſchel Verwal-
tuug der Stadt Ploen, vom 2Eitrn Juni 1824, in einem einzelnen
Beiſpiele entſchieden aüsgeſprochen. Beurtheilt man hienach die
Yerfequnß öeirer Dithmaxrſchen, so erſcheint ſie nicht in einem ſehr
ünſtigen Lichte.
ß u ph angigkeit der Commünevorſteher von den
Beamten dürfte bey jeder Gemeindeverfaſſlung das erſte und we:
sentliche Moment seyn, auch iſt mehr als einmal darüber geklagt
worden, daß in Dithmarſchen Kirchſpielvögte und Landyögte an der
Commune - Verſammlung Antheil nehmen. *) Das Beſte würde es
überall ſeyn, die Beamteu aus den Kirchſpiels: und Landesverſamm:
lungen zu entfernen. Will man aber dies nicht, so müßte doch auf
allen Fall die Möglichkeit nicht ausgeſchloſsen ſeyn, daß die Gemeindere-
präſentanten getrennt von der Obrigkeit sich verſammeln können.
So kaun nach §. 13 des Ploener Reglements auf den ſchriftlichen
Antrag dreyver Deputirten der Bürgerworthalter eine einseitige Ver-
sammlung des Deputirtencollegii berufen. Warum follte nicht auch .
|n Dithmarſchen eine ähnliche 'Einrichtung von Nuten seyn ?
Ein zweites Erforderniß für eine gute Communalverfaſſung iſt
Abhängigkeit der Vorſteher von der Commüue oder Uuterord-
nung des Vorſtehercollegii unter die Geſammtheit der
Kirch ſpiele. Davon iſt nuu in Dithmarschen keine Spur mehr
: j! finden, obwohl es ehemals anders war, uud der erſte Urheber der
etändernng, wodurch die Ariſtocratie der Repräsentantencollegien
sich bildete, eben nicht ein ehrenvolles Andenken hinterlaſsen hat **)
Bis in das ſiebzehnte Jahrhundert hinein hatten die Eingeſeſſenen
ſselbſt, sowohl in Kirchſpielsangelegenheiten als in den landſchaftlichen
Sachen eine Stimme und die Gevollmächtigten waren lediglich mit
der Ausführung deſſen beauftragt, was die Gemeinde beſchloſſen
hatte. Die alte Verfaſſung, bei welcher das Recht des Einzelnen
am beſten gesichert war, wußte nun Fehring in Norderdithmar-
schen zu ſtürzen. Wie hier die allgemeine Freiheit der Ariſtocratie-

=) Mohr zur Verfaſſung Dithmatſchens S. 107.
»») Vol ten Geſchichte von Dihmarſchen 19. Bd, S. 280.

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