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Mit vorſtehendem Erachten des Hrn. Dr. Steffens
bin ich insofern völlig einverſtanden, als es die Fortdauer der
dem Gute in Kollund zuſtehenden Realprivilegien vertheidigt.
. HIch glaube aber auch behaupten zu dürfen, daß durch dae.
Privilegium des Königs Johann von 1488 wirklich ein per:
fönlicher erblicher Adel iſt ertheilt worden. Was in den ver
schiedenen Ländern Deutschlands wohl vorkommt, daß bloße
Wappenbriefe ertheilt werden, ohne Adel, kann- an und für,
ſich bey uns nicht entscheiden. Vielmehr kommt es hier auf
den Landesgebrauch an, guf die Art und Weise, wie im 16ten
. Hahrhundert Adelsdiplome gefaßt und ausgefertigt zu werden
. pflegten. So viel ich habe erfahren können, iſt die Erthei:.
lung von Wappenbriefen bey uns überall nicht gebräuchlich,
wohl aber fehlt es nicht an Beyſpielen, daß jemand für sich
und seine Nachkommen den Adel durch Diplom erlangte, ohne
daß ein Wappen ertheilt war, ohne daß von Helm und Schild
in den Urkunden die Rede iſt, Vielleicht iſt es nicht unrich:
tig das Wesentliche der Adelsdiplome, wie sie im 16ten Jahr:
hundert bey uns vorkommen, in die Eintheilung von’ Real:
rechten zu setzen. Die persönlichen Standesrechte ſind zwar
nicht ausgeſchloſſen, aber ſie treten gleichſam in den Hinter:
grund vor den nutzbaren Privilegien. ; G |
_ Diplome, die im Weſentlichen mit der oben angeführten
Urkunde des Königs Johann gleichlautend sind, giebt es meh:
rerer. Sachkundige Männer haben ſte unbedenklich für Adels-
briefe erklärt und daſſelbe muß denn auch von demjenigen gelten,
das wir hier vor uns haben. Man vergleiche das Diplom
. Erichs von Pommern voin Jahre 1433 für einen gewissen
Niels Nielsen, (Dän. Mag. I Bd. S. 99) ferner desselben Kö:
nigs Urkunde von 1444 für Paul Matthieſſen (daselbſt IL
S. 35). Besonders aber kommt hier der Adelsbrief des Kö-
nigs Johann für einen Norweget von 1490 in Betracht (da-
ſelbſt III/ Bd. S. 463.) wélches mit dem hier vorliegenden
“ Diplome. auch darin übereinſtimmt, daß der Privilegirte glei-
che Rechte mit andern Rittern und Knappen erhält. In die-
ſen Adelsdiplomen wird nun freilich der ertheilte Rechtsvorzug
nicht Adel genaünt, öder auf eine ähnliche Weise bezeichnet,
ſondern es heißt im Dänischen „„Frihed og Frælse'! und dieſe
. Freiheit wird zunächſt auf die Immunität der Grundſtücke be:
. zogen. Der Genuß von Realfreiheiten gilt aber als die cha-
racteriſtiſche Folge, ja gewiſſermaaßen als das eigentliche We-
_ ſen des Adels, Dies bringt ſchon der allgemein anerkannte
[ _ M

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