Full text: (Siebter Band)

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Es blieb jedoch bei dem durch die Resolution vom 9. Junius 
1750 ausdrücklich zugeſicherten Rechtszuſtande, wie die Einlei: 
tung der Königlich Dännemarkiſchen Verordnung zur Abkür- 
zung des Proceßganges im Lauenburgſchen, §) d. d. Kopen- 
hagen den 22. März 1825 beweiſet. In Betreff der, in Er: 
mangeliung der Appellationssumme durch die Reichs. 
geſetße zug eſicherten Befugniß zur Reviſion hatte es einer 
dergleichen ausdrücklichen und besondern Anerkennung nicht ber 
durft, weil bei dem, den Reichsgerichten ſurrogirten Celleſchen 
Ober: Appellations: Gerichte eine dergleichen Inſtanz, wenn gleich - 
unter andern Namen und un ter gewiß sehr weiſen Beschrän- 
kungen bereits vorhanden war. Hatte nämlich die Celleſche 
O. A. G. Ordn. von 41713 freilich den in den Reichsge- 
ſetzen bemerkten Fall unberührt gelaſſen und den Canzleyſäſ: 
ſigen dadurch in Sachen, bei denen die Appellationsſumme 
mangelte, die dritte Inſtanz abgeschnitten, so ergänzte doch 
ſchon das Juſtiz-Reglement von 4718 dieſen Mangel, indem 
es im §. 8 dem Ober:Appellations-Gerichte die Befugniß beilegte : 
.. py,die Supplication oder Leut erung dem Imploranten 
zu reſerviren, wenn gleich die Appellationsſumme er- 
. mangelte, aber doch die Beſchwerden von ans; 
. ſcheinender Erheblichke it befunden würden, wo- 
.. bel zugleich den Impioranten die Verſchickung der Acten 
ad exctraneos frei gelaſſen ſeyn sollte. ?) 
. Dle Canzleiſäſſigen im Lauenburgſchen, welche wegen Man- 
gels der Appellationsſumme nicht an das Tribunal zu Celle 
appellir en konnten, wenn in der Leuterungsinſtanz g eg en sie 
geſprochen war, genoſſen alſo nach wie vor der Woh lthat der 
dritten Inſtanz bei anſcheinender Erheblichkeit ihrer Beſchwer- 
den, indem ſie in solchen Fällen erwarten durften, zu einer 
nochmaligen Leuterung in Folge einer befonderen oberrichterll- - 
chen Verfügung gelaſſen zu werden; und die N ichteanzeleiſäſ- 4 
ſigen bleiben gleichfalls unter der im Juſtizregle ment enthaten. 
nen Bedingung bei ihren alten Rechten, welches so wie bei 
_ den Canzleiſäſſigen nicht aus der Proceßordnung des Celle- 
ſchen Ober: Ap pellations-Gerichtes, sondern aus den Reichsge- 
ſetzen und beſonderen Lauenburgiſchen Verordnung entsprang. 
î Der Im Art. 12. der deutschen Bundesacte vom 8. Ju. 
nius 1815 und in ſpätern Verfügungen der Bundesverſamm- | 
lung ausgeſprochene Grundsatz, ‘daß in je dem Bundesſtaate 
  
  
z) S. priv, Lauenb. Anz. von 1825, Nr. 3R. fz hz V 
3 Pri. paz ema un die Ordnung das H. Y. G. zu Celle S. 
 
	        
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