shwierlgere Verſtändniß alter Urkunden und Quellenſchriften êtn-
zuleiten. Das Letztere iſt besonders in so fern einzuräumen, als
Neocorus uns die plattdeutfche Sprache in der Geſtalc zeigt,
die ſie in der zweiten Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts
erhielt, d. h. in einer dem Hochdeutſchen ſich mehr nähernden
und durch den Einfluß dieses ſchon veränderten Geſtalt: wir
leſen manche neuere Wortformz;. die Formvollkommenheit im
Dativ tritt nicht mehr hervor, z. B. dem, welchem für
deme, welchemez die reiche Form’ im Infinitiv, welche die
; wesentliche Declinabilität des deutſchen Infinitivs zeigte, iſt
î chon abgesſchliſſen, z. B. a ff t hoſtahn für a ftoſta ende.
Was die Neocoriſche Orthographie anbetrifft, ſo danken wir
ihm ſehr dafür, daß er uns im Ganzen mit den vielen unnù-
' Hen Häufungen und Verdoppelungen von Consonanten ver-
ſchont, welche nach der Reformation theils durch das Eindrin-
gen der hochdeutſchen Schreibart, theils durch die Anwendung
der modernen deutſchen Flußſchrift, welche die Hinzufügung
eines kleinen n oder t ſo leicht machte, in Fülle aufkamen.
Vorzüglich zeigt ſich freilich jene überflüſſige Consonantenfülle
iu Briefen, weniger in wiſſenſchaftlichen Handſchriften, und
es ſcheint, als wenn man einen canzleimäßigen Luxus damit
getrieben hat, gleich wie es eine Wahrheit iſt, welche zu bewei-
sen nicht schwer fallen würde, daß wan ſchon in den älteſten
gedruckten Büchern plattdeutſcher Sprache die vielen überflüſ:
ſigen Mitlauter, welche ſich in den Handſchriften fanden, oft
. wegließ und damit die. Orthographie ſehr vereinfachte und
verbeſserte.. Moch heute treibt unsere hochdeutſche Rechtſchret:
. bung einen ſtarken Luxus mit Consonannten, von denen wir
manche, ohne zu darben, entbehren könnten, allein man kann
den Ueberfluß nicht wegwerfen, um nicht für einen Aufrüh-
rer oder Sonderliug gehalten zu werden, auch hat ſich zum
Theil der: Körper schon nach dem Kleide gebildet. Einen mos
derneren Charakter zeigt in dieſer Beziehung die Neocoriſche
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cal, während die ältere plattdeutſche Rechtschreibung, wenn
beſonders dehnen wollte, dieſes, wie wir noch jetze ſo viel-
fe,! bei dem i,' allezeir durch e that; daher z. B. Itzehoe
( rehro. nicht Il eh ö), Koege §t'.yÑ; ttz! Ksze)
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eâle: der: ache zu bezeichnen, was in alten plattdeutſchen I::
Handſchriſten beim t, d, auch g, ſo regelmäßig angegeben


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