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. In dem gehaltvollen Vorberichte giebt uns der Heraus,
geber eine intereſſante Biographie des Verfaſsers, die auf we-
"nigen Seiten den Sinn und Charakter des Mannes lebendig
darſtell. Dann wird auch der Werth des Neocoriſchen Bu-
ches mit Rückſicht auf seine Grundlagen und andere Quellen-
. ſchriften c der Beweis der gänzlichen Unhaltbarkeit und Nichtigkeit, um
nicht ein Schlimmeres zu ſagen > der handſchrifclichen Werke
von Dietrich Carſtens. Wer diesen Vorbericht gelesen hat,
und das ; was rin den Anhängen des Herausgebers über die
von Carſtens gegebenen Nachrichten vorkommt, wird ſchwer-
lich Luſt haben, von den Carſtensſchen Sachen Gebrauch zu
machen. Damit aber iſt Manches in Boltens Geschichte und
anderen Darſtellungen der Dithmarschen Vorzeit ganz verncch-
tet, denn Bolten zog die Carſtensſchen Manuſcripte fleißig zu
" Rathe, obgleich er ihre Unrichtigkeit und Unhaltbarkeit im
Einzelnen oft genug behauptet hat, z. B. Thl. 2. S. 272.
mit den Worten: „„Ueberhaupt werden in den carſtensſchen
Handschriften manche ganz unwahrſcheinliche Berichte ange-
troffen. '" Carſtens Arbeiten fallen in eine Zeit, wo Jeder
mit neuem Stoſfe- zu unſerer Landesgeſchichte hervorrückte;
auch er hätte herzlich gern geholfen, was er in Wöhrden ;
nicht finden konnte, mußte seine, oft ungeſchickte, Feder ſup:
pliren. ' :
Das Erfte, wobei der Vorbericht verweilt, ſind Bemer-
kungen über die seltſame an den Herausgeber gerichtete Fra-
ge, ob das Buch nicht tieber im gewohnten Hochdeuetſch her-
. ausgegeben werden sollte. Dahlmann empfiehlt hier mit Wäre.
me und eindringlicher Wahrheit das Studium der herrlichen
plattdeutſchen Sprache, als eines Bildungs- und Verjüngungs-
ſtoffes unserer heutigen hochdeutſchen, als eines unent-
, behrlichen Hülfsmittels zur Erkenntniß unſerer Vorzeit.
Eine Wahrheit iſt es, daß wer die Sprache unſeres
Bauernſtandes nicht verſteht, ein Zeugniß erhalten kann, daß
. er unfähig sey, die vorzeitige Baſis unserer vaterländiſhen
Angelegenheiten mit Gediegenheit und Sclbſtſtändigkeit zu er-
kennen. Erfreuende Zeichen der wachsenden Theilnahme für
die alte kraft: und kernvolle niederſächſiſche Mundart ſind die
Un unserer Zeit wiederholr geſchehenen Verſuche, das Platt-
deutsche als Schriftſprache zu gebrauchen. Vorzugsweise ver-
dient hier genannt zu werden H. Paſtors Harms für das
Volk geschriebene Erzählung von dem Blutzeugen für unſern
Glauben Heinrich von Zücphen, welchem jetzt, dem Lande uan

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