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von selber einleuchtet, daß nicht ah die Lieferung eines feta
ten Hundes, eines fetten oder magern Pferdes zu denken iſt.
Daß der Landesherr auch ſovine Rinder zur Behauſung und
Ernährung für die Winterzeit den Klöſtern zugesandt habe, |
iſt mir freilich in Urkunden nicht vorkommen: damit iſt aber
nicht ausgemacht, daß es nicht der Fall gewesen sey, denn
man findet, daß der Landesherr bei Belehnung seines Rite.
ters mit einer Burg unter anderen Präſtationen ſich auch
die vorbehielt, daß. der Vaſall eine beſtimmte Anzahl von -
Rindern den Winter über futtern sollte. Der Ritter gab
die Rinder dann seinen Burghörigen und Lanſten zur Fute..
terung hin. Wir haben gesehen, daß die Kloſterbauern für
" das Kloſter die landesherrlichen Hunde und Pferde ernähren
mußten; aber auch das Kloſter selber brauchte seine Pferde
und Rinder, und auch dieſe hatten die Bauern zu futtern;
hiermit haben wir alſo wieder Futterpferde und Rinder,
Ferner hatten die Gemeinden ihren Pfarrherrn zu unterhal-.
ten; unter den sehr verſchiedenartigen Naturalpräſtatione,
die an ihn geschahen, kommt auch nicht selten die des Fut
. terpferdes und Futterrindes vor, welche man gemeiniglich
“ mit dem Rechte der Gaſterei in Verbindung gebracht findet. i
Nicht weniger. bedurfte der Ritter auf seiner Burg mit ſeis
nen Leuten und Dienſtmannen der Pferde und Rinder: die
hörigen Hintersaſſen mußten den Winter hindurch sie fut.
. tern, wenn sie auch im Sommer auf die Gemeinweiden gen.
' laſſen werden konnten. Die Leiſtung des Futterrindes
beſteht, ihrer ursprünglichen, naturalen Bedeutung nach, in
der Winterfutterung eines Rindes, dem auch die Benennung
recht wohl entspricht, die jedoch die Sache für sich nicht er.
klärt, indem sie nicht allein einer eignen Erklärung bedarf,
vielmehr sſelbſt zu Mißverſtändnisſsen leicht Anlaß giebt. Un-
richtig würde es z. B. seyn, die Benennung des Maſiſchweis
nes. für eine analoge zu halten, obgleich dieſe auch die Ma-
ſtung bezeichnen kann; allein ein Maſſt ſchwein iſt in vas
terländiſthen Urkunden ein fettes Schwein, und wird daher


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