Mangel an baarem Gelde brachte es- nothwendig mit sich, |
daß auch bei uns früher die bäuerlichen Abgaben meiſt in
Naturalpräſtationen beſtanden, in deren Wesen es aber liegt,

daß sie nach der Verschiedenheit des Bodens und aller örto
lichen Verhältnisse verschieden seyn müſſen, Es kommen da-
her in unserm Lande die mannichfaltigſten Gegenſtände ehe-
mals in dieſer Anwendung vor: Schafe, Gänse und Hüha
L ner, Aale, Eier, Wolle, Heu und Stroh, Holz und Torf.
Neben diesen und anderen auch Futterhunde, Futterpferde,
Maſtſchweine, Fulterrinder. Bei der während der letzten
Jahrhunderte sehr allgemein erfolgten Verwandlung dieser
Natural - Abgaben und Leiſtungen zu gewissen Geldſummen, ]
bei dem gänzlichen Verſchwinden mahcher derselben, besonders
in Folge der Reformation, welche vielen Lieferungen an
î Geiſtliche und geiſiliche Stiftungen den Untergang bereitete,
î bei der Entfernung und Verdunkelung der alten Hofrechtss
und Hörigfeitsverhältniſſe, womit die, meiſten in Verbindung
standen, iſt gegenwärtig der Sinn und Umfang mancher al-
ten Präſtation unbekannt geworden, obgleich es, wenn die
Abgabe, wenigstens der Form und Benennung nach, ſich
noch. erhalten hat, was vorzüglich bei milden Stiftungen der
. den. ſorgfältigen Berechnungen, die Morville (Neue Schrif-
ten der Copenh. Geſellſchaft der Wiſſenſchaften 5ter Band) über
_ das Verhältniß der verschiedenen alten Abgabenpräſtande mit-
“ getheilt hat , fand in Dänetmnark daſelbe Verhältniß Statk.
Anth da gilt das Futterrind gleich einer halben Tonne Röcken.
. . Uebrigens iſt es mir sehr zweifelhaft, ob die Präſtation
“ des Futterrindes mit hofherrlichen oder gutsherrlichen Verhält-
. dniſfen zuſammenhängt. Mach meiitor Üeberzeugung gehören alle

lolche Präſtationen zu den alten allgemeinen Grundabgaben
[ vder zu deu ursprünglichen landesherrlichen Gefällen, und: ſind
erſt ſpäterhin durch die Privilegien des Adels und der geiſtli
" cheu Eriſkungen von der Krone anf Privatpersonen übergegan-
. gen. Die Sache würde jedoch eine weitere Erörterung erfon.
' dern, als hier Statt finden kn. . L st rs

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