Domcapitels von seiner urſprünglichen Einrichtung. ~ Der Bin
ſchof Elias ſtiftet um 1145 das monas terinm canonicorum dan
ſelbſt, und verpflichtet die Mitglieder deſſelben‘ zur Regel des
. Auguſtinus. Er giebt ihnen anfangs einen Decan zum Vote
ſteher, dann einen Prior, endlich in der Perſon ſeiues eignen
Sohnes einen Archidiaconus. Aber ſchon dieſer war ihnen zus
wider, weil er die Regel aufrecht erhalten wollte, von der ſie !
anfingen abzuweichen. ~ Elias Nachfolger, der Biſchof Ra-
dulphus will die Brüder zur gleichmäßigen Lebensweise zits
rückführen. Er läßt ihnen die Wahl, entweder nach Art des
Wiburger Capitels als regulares oder nach der Weiſe des Hil-
desheimiſchen als zaeculares zu leben. Die Canonici aber haben
größere Luſt zu dem leßtern. Der Biſchof will ſeinen Caplan
zum Canonicus machen. Da empören sich die Brüder. widr . .
ihn, und ſchlagen ſich im Capitel mit Fäuſten. Es erfolgt en
Interdict und ein päpſilicher Befehl, ſich nach der Regel des
Auguſtinus zu halten und ihrem. Biſchof gehorſam zu ſeyn. Es i
kommt aber zu nichts weiter, als daß der. Biſchof. ihnen die
freie Wahl der Mitglieder ihres Capitels äugeſtehen muß. Bald q
darauf ſtirbdt der BViſchof 1171. Sein Nachfolger Stephan
will die Cauvonicos, die jetzt ſchon anfangen, sich von der Kirche
zu entfernen, und bei Hofe zu leben, an ihre Regel binden,
aber vergebens. Zu den Zeiten seines Nachfolgers Homerus
(118601204) wurden ſchon Canonicate an abweſende Edelleute
verliehen. 1215 maaßte. das Capitel ſich zum erſtenmale eine
Biſchofswahl an, wiewohl wider Willen des Königs, der bisher
das Recht gehabt hatte, einen Biſchof zu nennen. Der erwählte
Biſchof Tuo war Archidiaconus des Capitels gewesen und mußte
es geſtatten, daß die Canonici 1218 das bisherige Kloſterleblee.
verließen, und ſich rings um die Domkirche beſondere Wohnun-
gen erbauten. Zu gleicher Zeit ging die Theilung der Capitelsgü- J
ter vor ſich (Coepe erunt Lungzisi aedi ficare cellulas .in gyrum
Ess lesiae et vivere more Parisiensis. ecclesiae ſagt das Chronicon ;
. p. 191). Auch “i um dieſe Zeit die Sitte, den Wohn-
k . bei der Kirche zu verlaſſen, ſchon ſehr überhand genommen
haben, denn der Biſchof verordnete, daß die Non-Residentes,
wie tian die Abweſenden nannté, keinen Theil au den gemein-
. schaftlichen Eapitelsgütern haben ſollten. -.:

zu beforgen, namentlich täglich ihre horas abzuwarten, dem- ]:
näâchſt sich der Schule anzunehmen, die bei jeder Domkirche

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