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q Der Anfang der Reformation in unserm Herzogthum
geschah bekanntlich durch Hermann Taſt zu Huſum 1822.
Durch seine und andrer verdienter Männer Bemühungen
kam es bald dahin, daß ſchon im Jahr 1526 in den meiſten
Städten des Herzogthums evangelische Prediger angeſtellt
waren, die zum Theil genannt werden in Henrici Muhjhü
_ lLlissert. de rekormatione religionis in Cimbria p. 44.
" B — welches überhaupt noch die reichſten Mittheilungen
für diese sonſt so dunkle Periode enthält, ~ Jn den Land-
gemeinden, vorzüglich da, wo -die Klöſter Besitzungen und
Einfluß hatten, verging noch eine geraume Zeit, ehe die Re-
formation durchdrang, woran besonders der Mangel an tüch-
tigen Predigern Schuld war. Es iſt bekannt, wie man
Handwerkern, Schreibern und andern Leuten Pfarrämter an-
. vertrauen mußte, um nur nicht die Gemeinden ganz ohne.
Prediger zu laſſen; und wie viele katholische Geiſtliche tra-
ten äußerlich zur neuen Lehre Über, um nur nicht ihre Pfrün-
den zu verlieren, oder um in den Eheſtand treten zu kön-
nen! Da ſahe es denn wahrlich traurig genug im Lehrſtannle.
aus, und es mangelt nicht an Klagen über die große Un-
wisſenheit der Landpfarrer, die bei weitem nicht alle im Stande
waren, selbſt eine Predigt zu machen oder zu halten, daher es
Ö olchen 1542 in der Kirchenordnung erlaubt ward, aus deut-
. cen Poſtillen von Wort zu Wort ihren Gemeinden vorzu-
; lesen, bis sie selbſt das Predigen würden gelernt haben. -
Kam etwa ein Student aus Wittenberg zurück, so wurde
der zunächſt von den Stadtgemeinden zum Prediger ange.
. nommen, wo es am mweiſten nöthig war, einigermaaßen tüch-
. tige Pfarrer zu haben. ~~ und die Landgemeinden gingen
noch lange leer aus,
Manches geschah indeſſen auch für das platte Land durch
;
zu sammeln, dann erſt könnte die Hoffnung einer Reformatiqons:.
Und Kircheugeſchichte uyſerer Gegenden ~ die noch unter die
Via desideria gehört = eiuſt realiſirt werden. h
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