~ 30 ;
Stadt kommt, dahin das Beschädigte mitnimint, eim es bei
dortigen Handwerkern ausbessern zu laſſen, oder sich neues
anzuſchaffen, wobei für ihn gar keine Gefahr des Verzuges
j|ſt. Schon also diese Handwerker si nd dem Landmanne nur
in gewiſſer Rücksicht, nicht aber zu dem Ende unentbehrlich,
um alle seine Arbeiten daselbſt verfertigen zu laſſen. Die
. Unentbehrlichkeit iſt folglich nur auf diese augenblicklich nö-
. thige Hülfe und die Verfertigung oder Reparatur kleiner
Arbeiten beſchränkt. Daß ihm dieses zu Theil werde, kann
der Landmann billigerweise verlangen, und dies iſt ihm ganz
gewiß dadurch gewährt, wann in jedem Kirchspiele und auf ;
jedem Gute Ein Schmidt und Ein Rademacher vorhanden
iſt, der der Regel nach alle diese unentbehrliche Aushülfe zu
' leiſten im Stande iſt, und wo eine etwà größere den Um-
ſtänden nach erforderliche Aushülfe durch eine besondere Con-
ceſſion erreicht werden kann. Diesen Handwerkern nun ei-
nen Böttger und Riemer als unentbehrlich zuzugeſellen, kann
denn aber schwerlich begründet seyn, nur iſt es begreiflich, ;
daß auf jedem adelichen Gute, wo die großen Holländereien
sind, ein Böttger unentbehrlich seyn müſſe. Der Fall der -
Hotl wendigen augenblicklichen Aushülfe tritt bei dem Einen
ſo wenig als bei dem Andérn ein, beim Riemer nun völlig
gar nicht, wo dem etwa plötzlich entſtehenden Mangel dureh,
Stricke vom Landmann abgeholfen werden kann, wie denn
auch der Landmann so wenig Riemerarbeiten bedarf, daß
schwerlich ein ganzes Kirchspiel Einen Niemer in Arbeit zu
. erhalten im Stande seyn möchte. Wäre wirklich auch nur
einiges ‘erhebliches Intereſſe vorhanden, längſt würde ſich
hier oder dort auf dem Lande ein Riemer schon angesiedelt..
haben. Schwerlich findet sich aber Einer, und dies-giebt gewiß.
den sicherſten Beweis, daß er auf dem Lande sehr überflüſ-
ſig seyn würde. Und daſſelbe iſt bei den Böttgern größten-
theils der Fall. Es haben sich zwar Böttger an einzelnen weni-
Hen Orten auf vem Lande niedergelassen, weil vielleicht in
Ms der: Nähe eine größere Meierei oder größerer Betrich ſich

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.