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Im J. 1032 erhuben sich unter Anführung des Slavi-
_ cen Fürſten Godſchalk die ~ den Nordalbingiern benach-
barten ~ Slaven gegen das Chriſtenthum, fielen in Nord-
albingien ein, und verwüſteten es auf die ſchrecklichſte Weise.
Nichts, sagt Helmold, (c. 19.) entging ihren grauſamen
Händen, als nur die Burgen zu Itehoe und Böéklenburg,
wohin sich einige Bewaffnete (armat:) mit ihren Weibern,
Kindern und denjenigen Habseligkeiten, die sie vor der Slas
viſchen Raubgier gerettet hatten, flüchteten. Als nun einſt
Vodſchalk auf Räuber-Art (Ilatrocina]li more) über die Fel-
der und Haiden dahinzog, und sahe, wie das Land, das vor-
mals mit Dörfern und Kirchen *) angefüllt gewesen war,
nun einer weiten Wüſte gleiche, erschrak er vor dem Werke
seiner eigenen Grausamkeit und wurde von Mitleid ergrif-
fen. ~~ Bekanntlich kam nun für Nordalbingien eine beſsere
Zeit; aber wie lange? Nur 28 Jahre; denn 1066 braußte
ein neuer und’ noch verderblicher Sturm über Nordalbingien
dahin. Die Slaven, erzählt Helmold, (e. 24.) verwüſteten
die ganze Hamburgische Diöcese mit Feuer und Schwerdtz
die Stormarner und Holſaten wurden alle getödtet oder in
die Gefangenschaft hinweggeführt; die Hamburger Burg ward
_ von Grund aus zerſtört, und sogar das reiche und blühende
Schleswig ging gänzlich unter. Darauf herrſchte der- Sla-
_ viſche Fürſt Cruko, der erbitterſte Feind des Chriſten-
î thums, der chriſtlichen Prieſter und aller Denkmähler des .
chriſtlichen Kultus ~ von Lübeck aus vierzig Jahre mt.
iſernem Scepter über Nordalbingien; Slavische Räuberhau- .
fen durchzogen das Land in allen Richtungen und verübten
' Mord und Raub nach Herzensluſt und ungeſtraft; das Nord-
albingiſche Volk hatte weder Prieſter noch Kirchen, und ein
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; *) Bei Helinold ſteht a. a. O. regionem viris et éeclcüié rler
jam z doch muß wohl ſtatt ,, viris < geleſen werden ,, vicis <<.
Uebrigens waten die Kirchen damals alle nur von Holz er:
bauet, wie bekannt iſt. ure. os gest

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