11.
Als Vizelin nach dem Faldergau gekommen war. und
daſelbſt eine Zeitlang mit dem Unterrichte der dortigen un-
wissenden Einwohner ſich beschäftiget hatte, fing er auch an,
wie Helmold (c. 47.) erzählt, circumjacentes visitare
ecclesias; man verſteht aber unter diesen ,, ecclesias “ alls
“ gemein Kirchen, *) und nimmt also an, daß es damals in
der Neumünſterſchen Umgegend Kirchen gegeben habe. Ich
. erlaube mir indeß, die Meinung zu äußern, daß es. damals,
als Vizelin im Faldergau zu lehren anfing, in ganz „, Hol-
ſÔatien‘“ keine einzige Kirche, außer der vormaligen Wippen-
dorfer, gegeben habe, und glaube, dieſes ganz klar beweisen
© gzu können. Zuvörderſt bemerke ich jedoch, . daß „„ecclesia ‘“
sehr häufig als gleichbedeutend mit ,„parochia' gebraucht
wird,. was ich bei der Notorität der Sache durchaus für
überflüſſig halte, zu beweisen; und in diesem Sinne verſtehe
ich die „ecclesias bei Helmold a. a. O. Vizelin besuchte
alſo die umherliegenden Kirchspiele; in diesen Kirchspielen
waren aber damals keine Kirchen, obgleich solche früher da
gewesen waren. Man darf nur einen Blick in die Geſchichte
unsers Landes, einige Zeit vor Vizelins Erscheinung daſelbſt,
hurh>yerker um die Richtigkeit diefer Ansicht zu begreifen.

j ſames Auge auf die umliegenden Kirchen ;‘ ", Scholz p. 130:
„„Vizelin besuchte die umliegenden Kirchen ; '’ Hr. Dr. Kruſe
% t §; t Ur r t
_ lolche Kirchen:; Die Kirchen zu Kellinghuſen, Hohenweſtedt,
. . Bramſtedt. und Stellau, an welchem letztern Orte, wie der Hr.
.. Dr. behauptet, Vizelin, einer ſich dort erhaltenen Sage uach,
gepredigt haben ſoll. Ich kann indeß verſichern, daß weder der
“ HPaſltor in Stellau, noch. ſonſt irgend ein Menſch iu der dorti-
gen q von eiuer ſolchén Sage das Mindeſte vernom:
men hat. -
..) So ſagt z. V. Ehriſtiani 2. p. 180: , - Vizelin hatte ein wehe.
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