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. Auch behauptet dieser Anonymus selbſt, daß der Bauer
dort keinen Cent zu einer Bildungsanstalt für Prediger her-
geben werde. Nun gut, so erhellt ja, wie nothwendig es
war „ andern Beiſtand zu suchenz wie ich denn auch dies hieraus
. gefolgert habe. (S. 46 meiner Schrift.) Der Anonymus „|
folgert anders; der Bauer sehe ein, daß ein Seminarium
. unndôthig sey. Er hätte sagen sollen: er sehe nicht ein, daß

es nôöthig sey, und das iſt allerdings dem Bauer nicht so
sehr zu verübeln; denn er begreift freilich nicht, daß man-
cherlei gelehrte Kenntniſſe dazu gehören, um predigen und
katechisiren zu können, zumal, wenn er noch so an Bildung
zurück iſt, wie leider unsere Stamm- und Sprachgenosſen,
eben aus Mangel an Bildungsanſtalten, dort sind, und wenn
sich dann die Meinung dazu gesellt, den Prediger mache al-
lein der unmittelbare Ruf von oben. Wenn aber unser Ano-
nymus auch selber ausruft: wozu eine Pfarrcandidatenanſtalt ?
und das in einem Lande, wo es keine Schule, wo es ſchlecht-
hin nichts giebt, wo der künftige Deutsche Prediger eine
Deutsche Bildung im Geiſte der Evangelisſch-Lutheriſchen Kir-
che erlangen könnte. wo man, was man bei uns nicht en.
mal für Schulmeiſter genügend hält, seine Vorbereitung zum *
chriſtlichen Lehramt nur bei diesem oder jenem vielbeſchäftig-
ten Prediger finden kann: ~ dann urtheilt er eben auch wie
ein beschränkter Bauer, der sich gar wenig qualificirt, uns
von Lankaſter aus über das Bedürfniß der Deutschen in
Amerika zu belehren. - f ii..
. Die Frage, die er damit verbindet, wozu eine Lutherische
und eine Reformirte Pfarrcandidatenanſtalt ? würde nur dann
zur Sache gehören, wenn etwa die eine Parthei ſchon eine
solche Anſtalt hätte, und nun die andere aus Eigensinn sie
nicht benuten wollte. Die Antwort habe ich übrigens S.

48 meiner Nachricht soweit angedeutet, als es in einer Schrift
. geschehen durfte, die leicht nach Amerika kommen. und durch
“ unvorſichtige Aeußerungen beitragen konnte, der Partheisucht
neue Nahrung zu geben. Unser Anonymus freilich, der we-

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