die Anzahl der Schulen in den Herzogthümern, in welchen die
Methode des gegenseitigen. Unterrichts eingeführt iſt, von Zeit
zu Zeit ein Bericht mitgetheilt werben mggene.
Gewiß iſt die Verbreitung der Bell.Lancaſterſchen Unter:
richtsmethode, welche ihrer Grundlage nach, eben nichts neues
iſt, ſondern nur vollſtändigere" Ausbildung eines Verfahrens,
welches zur Erleichterung der Lehrer in großen Schulen immer
angewandt wurde, etwas ſehr Nützliches. Und wenn es auch
bei uns zu Lande an guten Schuleinrichtungen nicht fehlt, fo .
kann die Methode auch hier ihren Nutzen haben. Daß durch
dieſe Methode die mechaniſchen Fertigkeiten des Leſens, Schrei-
bens und Rechnens viel schneller erworben werden können, als .. -
auf dem gewöhnlichen Wege, iſt nicht zu verkennen. Das iſt
ſchon wichtig. genug. Denn je raſcher die Fortſchritte erfolgen,
; ; deſto kürzer kann die befohlene Schulzeit ſeyn. Die bei uns

beſtehende Vorschrift über die Schulpflichtigkeit der Kinder auf
. dem Lande (Allgem. Schulverord. vom 24. Aug. 1814, §. 66)
iſt in einem nicht geringen Grade läſtig, wenn geiſtliche und
Weltliche Behörden es genau damit nehmen. Nun däuche mir
würde es die erſte Folge der allgemeinen Einführung des ge- -
Zenseitigen Unterrichts seyn, daß die Schulpflichtigkeit für den -
Sommer, etwa bis zum 40ten Jahr herabgesetzt werden könne.
î Danit wird nicht blos Arbeit der Kinder gewonnen, ſondern

es werden anch alle die Ungelegenheiten beseitigt, welche mit *
Vollziehung der jetzt beſtehenden Vorſchrift verbunden sind.
Wir können den Gegenſtand nicht verlaſſen, ohne eine
| . Rechtsfrage zu berühren, welche diesen Gegenſtand betrifft..

Wer' hat zu entſcheiden, ob der gegenseitige Unterricht einge-
führt werden soll? Die Regierung hat die Einführung blos
„ Seſtattet, nicht befohlen. Was folgt aber natürlicher daraus,
. als dieses, daß nur mittelſt gegenseitiger Vereinbarung sämmet-
- licher Betheiligten die Einführung bewirkt werden kann. Nicht
die Kirchenviſitatoren haben ein Recht, weder der Prediger
noch der Schullehrer, noch das Schuléolleguum noch die welt; -
liche Obrigkeit iſt befugt, ohne Consens der Schulintereſsenten
Staatsb. Mag. Bd. v11. Heft l. ts ..
E

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