_ jeder die Verwarnung
'41) ueber Eidesleitungen. ,
Schon früher iſt in disſtr Zeitſchrift V Bd. S. 459)
von den Eibdesleiſtungen die Rede gewesen. Wir haben hier
noch einige dieser Materie verwandten Bemerkungen nachzu-
hole") Zur Unterſtütung des Wunſches, daß einige nach den
verſchiedenen Verhälcniſſen eingerichtete Formulare der gewöhn-
lichen Verwarnung vor dem Meineide abgefaßt und eingeführt
werden möchten, . kann-: auch die Betrachtung. dienen, daß dic
gebräuchlichen Formulare zum Theil nicht wenig von einander
abweichen. : Nicht nur werden neben dem Formular der neuen
Agende, die alten Verwarnyngen gebraucht, wie ſie ſich bei
Fuchs (de solennibus appellationis S. 63) und. bei Jo-
hann sen (Kirchenrecht II S. 379) finden, sondern mehrere
Gerichte Haben außerdem noch besondere Formulare. Die Abb.
weichungen betreffen nicht blos die Form und Faſſung,. sondern
auch die Gedanken. Um nur zwei Punkte zu erwähnen, so
wird bald auch der zeitlichen göttlichen Strafen. gedacht, bald
blos. der ewigen. Auch findet sich wohl der Meineid characte:
riſirt als Unrecht gegen den Richter, der zu einem ungerechten
Urtheil verleitet werde, während andere Formulare diesen
Punkt zweckmäßiger auslaſſen. t %9 uu tt
Auch wäre es ſicher rathſam, die Verwarnung. bei den
Zeugen ganz ſpeziell auch dahin zu richten, daß das Verſchwei-
gen der Wahrheit eben ſo verwerflich und ſtrafwürdig. er:
ſcheine, als die Aus ſage einer positiven Unwahrheeit.
Das gewöhnliche Formular des Zeugeneides. übergeht diesen
Punkt freilich nicht, konnte aber doch beſtimmter auf die voll-
ständige Wahrheit und auf das Nichtverſchweigen mitge-
richtet werden, namentlich um. den Ausflüchten zu begegnen,
daß man ſich der Sache nicht erinnere. Jo non mi ren
cordo iſt auch bei andern Zeugen als Bergami eine häufige
_ “Antwort. Die Richtigkeit solcher Aussagen kann kein Menſct
controlliren. Um deſto mehr muß dieſer Punkt jedem Zeugen
“ernſtli aufs Gewiſſen gelegt werden.
2) In Betreff der feierlichen. Verwarnung einer
zum ide zugelaſſenen Parthei, iſt es bekanntlich abweichend
vom gemeinen Rechte hier zu Lande entschiedene Praxis, daß
in allen Fällen und ohne fette Grütte tofir z§ hatey.
langen kann, Die . “Uchiugs geschieht f:: Heitqn.men
'geinäß vor öffentlichem Gerichte. Herr Probſt Calliſen

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