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In den meiſten Fällen, wo Theilungen obberegtev Art
vorkommen, werden Erbvergleiche errichtet und es kömmt da-
her das Recht dann nicht zur Diseuſſion, wenn aber die In-
kereſſieten die Theilung lediglich dem Recht und deſſen Voll- |
zieher überlaſſen, ' so bieibt für dieſen das Recht zweifelhafte. I
da einige Juriſten dieſer, andre jener Meinung zu ſeyn ſcheinen.
Nach eingezogenen: Berichten erließ das Obergericht fol-
ô gende Entscheidung:
. Namens Sr. Königl. Majeſtät. +s
Mit Beziehung auf das unterm 9. März d. J. hieſelbſt
eingegangene Bedenken des Tonderſchen Amthauſes über die
Frage: ob einer Wittwe aus dem von ihrem verſtorbenen
Mann herrührenden, it die Ehe gebrachten oder ererbten Bone
denguts bei der Theilung mit dem aus dieser Ehe erzielten
Kindern außer ihrem gesetzlichen Antheile an den beweglichen
ünd erworbenen Gütern eine Abnahme gebühre ? wird dem
gedachten Amthauſe in Folge unmittelbaren Schreibens vom
25. v. M. zur Nachricht. ünd zur weitern Bekanntmachutg z
hiedurch eröffnet: daß, da in den Tonder: Hoyer- und Lundtoft-
Harden keine ausdrückliche gegenseitige Gewohnheit Statt ge-
funden hat , daſelbſt den Wittwen in deth fraglichen Fälle,
die Abnahme nicht zu versagen sey. ~ Wann es dagegen
nach den in dieſer Angelegenheit von den Hardesvögteu der
Karr- und Schlux- Harden erſtatteten Berichten nicht aus-
gemacht ſcheint, ob dort nicht etwa eine solche ausdrückliche
entgegengesette Gewohnheit Statt findet, so wird dem Ame-
hauſe aufgegeben, hierüber den näheren Bericht der obgedachs
ken Behörden unter der Auflage, beſtimmte Fälle anzugeben,
in duplo einzuziehen, demnächſt aber ein Bedenken gleichfalls,
. in duplo anhero gelangen zu laſſeén. :
Urkundlich unterm vorgedrutkten Königl. Inſtegel. Gegeben
Wi Sthleswigſchea Hberteethe auf Gottorff den 8. Auguſt 1821, ;
l lAn:::1 HMorits.,. Hilhard. y
das Amthaus t j m t,: . §
u Tondern, :
. Ob nun feitdem für die andern beiden Öreſt)c ter “ive
. Entſcheidung erfolgt it, und welche, habe ich nicht in Erfah-
aug sebracht. Auch in Rückſcht der Form des Verfahrens
hat Vorſtehendes [eine Merkwürdigkeit insofern hier eine Ge-
: Wohnheit, lediglich ! nach Einziehung obrigkeitlicher Berichte, ohne
Rechtsgang und ohne Autoriſation des Geſetzgebers beſtätigt wird.
Staatsb., Mag. Bd. v11. Heft, 1. 47

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