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kann. Schwerlich könnten die Gutsbesilzer, welche bedeutende
Cäronsgelder von ihren Bauern zu fordern haben, sich dar-
über freuen, wenn ein Gesetz erschiene, welches die Ablöſung
dieser Grundabgaben vorſchriebe. In dem fortwährenden
. Canon haben sie jetzt eine faſt ganz sichere Einnahme, aber
von der dafür empfangenen Ablösungssumme würde nach
und nach, bald hier bald dort durch Concurſe oder auf an-
dere Weise etwas verlohren gehen,. und Mancher dürfte am
" Ende nichts übrig behalten. Es iſt nicht gut, daß Alles
Vermögen ganz disponibel und beweglich gemacht wird.
Wird dadurch auf der einen Seite der Verkehr erleichtert
und befördert, so wird auch auf der andern Seite die Mög-
lichkeit und Gefahr der Einbuße des Vermögens und der
Verarmung vergrößert. In der That aber würde durch eine
Verordnung, welche die dinglichen Rechte gleich den Forde-
rungen der Protokollation unterwürfe, und dadurch auch die
Behandlung derselben als Forderungen im Concurfe nöthig
machte, die allmählige Ablösung der meiſten Reallaſten ein-
geführt, weil sich. natürlich im Verlauf der Zeit eine Menge
von Concursen ereignet. Ja ich möchte faſt glauben, daß
nach einer Durchſchnittsréchnung, in einem Cyklus von hun-
dert Jahren, kaum ein Grundſtück übrig bleibt, deſſen Be-
' ſtzer nicht ein Mal Concurs gemacht hätte, so daß in hun-
dert Jahren beinahe. alle Reallaſten getilgt seyn müßten,
was eine tief greifende und für Viele höchst schädliche Ver-
änderung in den Verhältnissen des Grundbesitzes wäre. Aber
auch ganz abgesehen von dem Schaden, den die Inhaber
dinglicher Rechte durch die Abfindung in Geld mittelo |
bar over unmittelbar erleiden können, läge schon darin,
daß man sie ohne Noth zu einem Tauſche zwänge, eine, -
nicht ohne die ſprechendſten Gründe zu rechtfertigende Un-
h s würde aber auch, wie ich bereits in anderer
Verbindung bemerkt habe, ein Theil der Creditoren selbſt,

buich die Hineinziehung der dinglichen Rechte in den Eov- j

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