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Besitz der belaſteten Sache gekommen iſt. Das macht die
beiden Fälle schr ungleich, wenn ein Gläubiger und wenn
der Inhaber eines dinglichen Rechts im Concurſe nichts er-
Hält, weil man dem letzteren nicht wie dem erſteren vorwer-
fen kanu, warum er dem Schuldner vertraut habe, und weil
man in der That sagen muß, der Inhaber des dinglichen
Rechts, habe nicht sowohl keine Befriedigung erhalten, son-
dern vielmehr mit seinem, von dem Vermögen des Cri-
dars ganz getrennten Recht, deſſen Schulden bezahlen
müſſen. :
vämlich der Berechtigte mit ſeiner Entſchädvigungsforderung
zur Perception gelangt, kann derselbe nicht ganz einem bes
zahlten, Gläubiger verglichen werden, sondern befindet ſich, im
Vergleich mit diesem, im Nachtheil. Leiht ein bezahlter Cre-
ditor sein Geld wieder aus, so hat er wiederum eine Forde-
. rung wie vorher. Wo aber bekömmt jener ein, dem vers. .
lohrnen gleiches Recht, wieder? Auch die liberalſte Abfin-
Selbſt aber den günſtigſten Fall angenommen, daß
dung kann ihn nicht immer wahrhaft entschädigen. Der
Nutzen und die Bequemlichkeit, welche manche Servituten
gewähren, laſſen sich gar nicht so berechnen und schätzen, daß
die Schätzung ein wirkliches, auf sichern Principien beruhen-
des Aequivalent beſtimmen könnte, sondern man wird gu .)
frieden ſeyn müſſen, in Bauſch und Bögen eine Summe -
. anzunehmen, die vielleicht angemeſſeu, vielleicht aber auch
gar nicht entsprechend seyn kann. Bei regelmäßigen jähren.
lichen Leiſtungen, Canonsgeldern, Grundrenten u. s. w. iſt
freilich eine genauere Schätzung möglich, indem man die
jährliche Leiſtung als Zinse ansieht, und davon ausgehend,
das jener Zinse entsprechende Capital aufsucht, als die an-
zunehmende Ablöſungsſumme. Nichtsdeſtoweniger kann der
Gerechtigte auch hier bei der Abfindung sehr leiden, weil :
nicht jedem gerade damit gedient iſt, Statt einer feſten un.
ablöslichen Gpundabgabe, ein Capital zu erhalten, welches
er in den Verkehr bringen muß und dabei leicht einbüßen

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