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um die Concurrenz protokollirter Forderungen und Hypothe-
'" . ken auszuhalten, vorausgesetzt daß sie älter sind als dieſe,
ſo muß dies auch für das Recht auf einen grundherrlichen
Canon gelten, so fern dieſes Recht wirklich eine Reallaſt
begründet. Es kann also nur noch die Frage seyn, ob dies..
Recht nicht etwa als eine bloße Forderung zu betrachten iſt-
Diese Frage führt aber auf bie zweite: was wir unter dem
Canon zu verſtehcen haben. Im Römiſchen Recht, woher
der Begriff ſtammt, bezeichnet der Canon nur die Abgabe,
das Pachtgeld des Emphyteuta an den Eigenthümer. So
eng wird der Begriff aber jezt nicht mehr gefaßt, ohne daß
sich jedoch eine neue beſtimmte Grenze, ein feſter Sprachge-
brauch für die Anwendung des Ausdrucks Canon gebildet
' hätte. So viel iſt freilich gewiß, daß wir beim Canon imo
mer an Leiſtungen zu denken haben, bie nicht einer ſpeciel-
len Person, ſondern dem jedesmaligen Inhaber eines Grund :
ſtücks, aber nicht nach unmittelbaren gesetzlichen Beſtimmun-
gen, wie die Grundſteuern, sondern vermöge eines Privat-
rechtsgeſchäfts obliegen. Aber in diesem Sinn. kann vielerlei.
- ein Canon genannt werden, ein Census conslilutivus vel
! reservativrus, die Grundrenten aus dem Gültenkauf, und.;
die Leiſtungen der Erbpächter, Emphyteuten, Käthner und
Inſten an den Grundherrnz ja sogar was etwa bei den Erhe.
feſten, zufolge des Feſtebriefes der jedesmalige Feſtebeſitee. .
dem Lehnsherrn leiſten muß. In der That weiß ich. auch
aus eigner Erfahrung, daß man im gemeinen Leben. wirklich
alle dergleichen Präſtanda wohl einen Eanon nennt.
î_ Wollte man nun auch bei den Fällen ſtehen bleiben,.
. wo diese Leiſtungen in Geld oder Naturalien beſtehen, so
wäre kein hinreichender Grund vorhanden,. diese Fälle an-
ders zu behandeln, als diejenigen, wo Dienſte zu leiſten si ind, j
wie es namentlich bei den. Käthner- und . Inſtenſtellen oft
vorkommt. So gut wie jährliche Abgaben in Gelb um
Naturalien, lassen ſich auch jährliche Dienſte, als Zinsen. ei-
nes Capitals ansehen, welches Capital dann die im Concurſe

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