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sich ja ereignen, daß. ein ganzes Dorf von aller Contribution
an seinen Prediger und ſeine Kirche befreit würde, wenn
das Recht selbſt auf jene Gefälle von der Protokollation
abhängig wäre. Es giebt aber noch einen entſcheidenderen
Grund für meine Meinung. j
Sollte die Beſtimmung unserer Protokollationsverord.
nungen, daß Contracte und Verschreibungen, welche Sachen
realiter afficiren zur Protokollation geeignet sind, auch dies
enthalten, daß dergleichen Rechtsgeschäfte in gleichem Maaße !
wie die Forderungen der Protokollation bedürfen, ſo müßte
dies von allen Privatreallaſten gelten, da jene Beſtimmung
ganz unbeſchränkt aufgeſtellt iſt. Nicht bloß alſo müßten
Servituten und das Recht auf Grundrenten, oder einen
canon reservativus vel constitulivus protokollirt werden,
o ferne sie nicht protokollirten Forderungen im Colliſions-
fall nachſtehen sollten, sſondern bei den Feſtehufen, den Erb-
, pachtungen, den Emphyteuſen und den Kathen- und Inſten-
ſtellen, wäre sogar eine doppelte Protokollation erforderlich
wenigſtens da, wo in Gemäßheit der generalen und unifore .
men Conſtitution die Personalfolien Statt finden. Auf dem
Folium des Eigenthümers müßte das Recht, des Feſtehuf-
_ ners, Erbpächters u. s. w. protokollirt werden, sonst wären.
letzterer in Gefahr im Concurse des Eigenthümers von ſeis
ner Stelle vertrieben zu werden, und auf dem Folium des
î Feſtehufners, Erbpächters zc. müßte der Eigenthümer ſein
Eigenthum nebſt dem daran geknüpften Anſpruch auf einen
jährlichen Canon u. d. m. protokolliren laſſen, ſonſt könnte
. er wieder im Concurſe des anderen fein Eigenthum mit
allen darauf sich gründenden Befugnissen verlieren.. Ja, con-
ſequent müßte man noch weiter gehen, und wenn jemand
von einem anderen durch Kauf oder Schenkung das Mittei-
genthum einer Sache erworben hätte, es für nöthig evklä-
ren, daß er dies auf dem Folium seines Auctors protokol.
liren laſſe, wenn er gegen jüngere protokollirte Pfandrechte,
| die etwa der Actor noch an der, Sache beſtelen könnte,

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