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: als würden die Reallaſten dadurch ganz auf eine Linie mit
den Forderungen und Hypotheken geſtellt, nämlich in Rück-
sicht ihres. Verhältnisses im Concurſe. Auch wenn wir den
Grundsatz feſthalten, daß sowohl im Concurſe als ausser
demselben, Sachen immer nur unbeſchadet der darauf hafo
tenden Reallaſten veräuſſert werden können; gleichviel ob -
[ diese protokollirt ſind oder nicht, iſt dennoch, wie gezeigt
worden, die Protokollation der Reallaſten keineswegs etwas
Nutz- und Zweckloſes, da sie von der Nothwendigkeit der
Anmeldung im Concurse befreit, und die Eintreibung der
einzelnen Präſtanda erleichtert und sichert. Halten wir nur
dies im Auge, so iſt auch nicht schwer zu zeigen, daß es gar
. nicht die Meinung der Gesetzgebung seyn kann, daß die
nicht protokollirten Reallaſten, selbſt jüngeren, aber protokol-
lirten Forderungen weichen müſſen. Schon der einzige Satz
' in der Verordnung v. 23ſten Dec. 1796 §. 13: „, Stehende
-. Gefälle der Prediger, Kirchen und Schulen, die auf dem
„„Gute haften, werden Amtshalber angegeben und unent-
„„geltlich im Protokoll angemerkt‘-, läßt darüber keinen
Zweifel zu. Wie iſt es denkbar, daß das Recht auf die Er-
hebung gesetzlicher Abgaben zur Unterhaltung der Geiſilichen
und der begünſtigſten Anſtalten im Staate, von der Proto-
kollation in den Hypothekenbüchern abhängig gemacht würde,
so daß es ganz wegfallen könnte, wenn aus Versehen oder
Nachläſſigkeit die Protokollation unterblieben wäre?. Wie
könnte die hier vorgeschriebene Protokollation einen andern
Zweck haben, als die rück t ändig en Gefälle im Concurſe
zu sichern? Dem Vernehmen nach iſt in den letzteren Jah
ren im nördlichen Schleswig der Fall vorgekommen, daß
faſt alle Hufner eines Dorfs in kurzer Zeit honis redirt
haben, und ähnliche Fälle können wiederkehren. Wenn nun
ein lässiger Protokollführer versäumt hätte, die von den: ein-
zelnen Grundſtücken an Prediger, Kirche und Schule zu ent-
richtenden Gefälle zu protokolliren, (und daß dergleichen
. möglich sey, wird wohl niemand in Abrede ſtellen,) ſo könnte

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