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von dieser Regel kommt nun freilich in so ferne vor, daß in .
mehreren Fällen einem jüngeren Pfandrecht der Vorzug vor
einem älteren beigelegt iſt. Aber diese Ausnahme betrifft doch
auch nur das Verhältniß von Pfandrechten unter sich; daß
ein Pfandrecht. auch „anderen älteren dinglichen Rechten vor-
gezogen würde, davon kennt das gemeine Recht kein einziges
Beiſpiel.
© pnn:.Dieſe gemeinzechtlichen Sätze, deren Richtigkeit wohl
niemand verkennt, gehen uns hier näher an als man im
. erſten Augenblick vielleicht glaubt. Ich müßte mich ganz
érſtaunlich täuschen, wenn unseren geltenden Protokollations-
verordnungen eine andere Idee zu Grunde läge, als die eine .
Wervollkommnung der hypotheca publica. des Rômiſchen
. Rechts. Der erſte Urſprung der Schuld- und Pfandproto-
kolle iſt allerdings. wohl von einer anderen Idee ausgegan-
gen, hängt vermuthlich. mit der altgermaniſchen Gewohn-
* heit zusammen, die wichtigeren Rechtsgeschäfte und nament-
lich die Veräusserung von Grundstücken, so wie die Beſtel-
. lung von Rechten daran, vor Gericht vorzunehmen 23). War
es erſt dieſer Gewohnheit zufolge, als gerichtliche Protokolle
aufgekommen waren, üblich geworden, die Rechtsgeſchäfte
in die Gerichtsprotokolle eintragen zu laſſen, so war es nur
ein kleiner Schritt weiter, besondere Protokolle für die Ver-
. zeichnung der Rechtsgeschäfte anzulegen. Aber lieſt man die
zahlreichen Protokollationsverordnungen beider Herzogthümer
der Reihe nach durch, Verordnungen die größtentheils aus
; der Mitte des vorigen Jahrhunderts. ſtammen, also aus eis
; ner Zeit, wo romaniſiiſche oder civiliſtiſche Bildung bei den
; JIJuriſten durchaus vorherrſchend war, so iſt schwer zu ver-
kennen daß römiſche Vorſtelungen und’ Begriffe den bedeu-
tendſten Einfluß auf ‘den Inhalt jener ' Geſehe gehabt hiben,
22 ) Poſſelt über das ÖProtokeitaticrswelen in diesem Magazin
; Vd 1 S.. 714 u.. f. und qu! ebenbafelbj Band 2 S: 222 _.
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