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ſteht der entwickelten Ansicht entgegen, daß die Errichtung
eines sogenannten uneigentlichen Erbpachts gewöhnlich er-
kauft wird; denn auch bei den Römern ward die Conſtitui-
rung einer Emphyteuſe in der Regel erkauft, was noch in
der früheren Zeit einen bekannten Streit über die Natur
des emphyteutikariſchen Vertrages veranlaßte. Vollends
kann ich in der Bemerkung von Herrn Advokaten Hens=
nings 16), daß unsere Erbpachtungen gar nicht mit den
: Römischen Emphyteuſen verglichen werden könnten, weil den
Erbpächtern die Befugniß, öffentliche Hypotheken auf ihren
Erbpachtungen zu beſtellen, nicht ſtreitig gemacht werde, kein
Hinderniß finden, einen Theil unserer Erbpachten für Em-
phyteuſen zu erklären, indem nach klaren Stellen, auch dem
Römiſchen Emphyteuta die Verpfändung seines Rechts zu-
stand !1), und das Erbpachtsrecht, nicht die Proprietät des
Grundſtücks iſt es ja auch nur, welches bei uns den Erb-
pächtern zu verpfänden geſtattet wird. 18)
Es dürfte demnach feſtſtehen, daß die sogenannten un-
eigentlichen Erbpachtsſtellen, d. h. die, bei welchen die Davee
der Usberlaſſung nicht von dem Leben einer beſtimmten Fa-
milie abhängig gemacht iſt, in der Regel keineswegs ein
nur mit einer Grundrente beſchwertes Eigenthum ihrer Be-
. ſilßer, sondern bloße Emphyteuſen sind. Daher haben wir
_ denn auch hier wieder zwei einander gegenüberſtehende und
sich gegenseitig bedingende Reallaſten, das von dem Wechsel
bes Eigenthümers unabhängige, also dingliche Recht des
Emphyteuta, und den auf dem Etigenthum beruhenden,
gegen jeden neuen Beſiter des Grundſtücks ipso iure be-
gründeten, und eben darum auch dinglichen Anspruch hes
Eigenthümers auf einen jährlichen Canon, womit auch noch
andere Nebenrechte verbunden werden können, Vorkaufsrecht;
EG E|
"%) Concursverfahren in Holſtein S. 73. tg
??) I. 31 D. de- pignar. 1. 16 . 2 D. de pignox. action.
"?) Man vergleiche z. B. die Verordn, y. 29. Nov. 4783 f. ~-4~
: 11 *

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