Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Siebter Band)

  
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es ber Klugheit gemäß, die Anordnung mehr als Wohlthat, 
denn als Strafe darzuſtellen. +~ v. ; sss 
Mit den hier dargelegten Zeitumſtänden stimmt denn 
auch die Disposition selber vollkommen überein. Es konnte 
dem Könige nicht daran gelegen seyn, [ die privatrechtlichen 
Verhältniſſe der Marſchbewohner umzuſtellen; dagegen war 
es der Politik höchſt angemessen, die üſfentliche Verfaſſung 
ſo einzurichten, daß ferneren Aufständen möglichſt vorgebeugt 
würde. Er. hob daher die, in. den älteſten Urkunden des 
Holliſchen Rechts schon sanctionirte, eigene Gerichtsbarkeit 
der Kirchspiele auf, und gebot, daß die Gerichte der Kirche 
ſpiele künftig vom Amtmanne zu. Steinburg gehegt werden 
sollten. Es heißt in der Conſtitution unter anderem, wie folgt: 
»beholden uns, unsen Erven unde Nakomelingen unde Amt- 
mannen doch de Macht, effte dar jemant vorwunnen worde 
dorch Holſten Recht, de dorch uns effte unse Erven, Na- 
komelinge, Amptmanne unde Klegere an to taſtende unde to 
richtende na Holſteme Rechte, sunder jemandes Inſage. ' 
Es enthält dieser Satz, im Zusammenhange betrachtet, das 
gerade Gegentheil von den in den alten Immunitätsprivile- 
gien gebräuchlichen Worten, durch welche den Einwohnern 
gewöhnlich zugesichert wird,. daß sie nicht vor einen fremden 
Richter gezogen und nur nach eigenen Gesetzen gerichtet wer« . 
den sollen. Nur die Städte Wilſter und Krempe behielten 
ihre hergebrachte Patrimonialjurisdiction, während vor der 
Verordnung in der ganzen Marsch die öffentliche Verfaſſung 
und Gerichtsorganisation sehr viel Aehnlichkeit mit der alten 
. Dithmarsiſchen gehabt haben muß. Die Schulzen sind die 
dithmarſiſschen Schlüter; hier wie dort sind Kirchſpielvögte #) 
1.2 
  
  
  
) Iſt der Kirchſpielvogt in St. Margrethen, wenigſteus dem Rechte 
| _ nach, jezt noch zugleich Küſter? Es würde das ſtark an die 
j altdithmarſiſchen Schlüter erinnern, von welchen Neocorus ſagt: 
“ den oc de Kerkengüder alß Diaconen tho verwalten und vor- 
thoſtaen befalen. '’ ~~ Doch kann es freilich auch aus ſeiner Un 
 
	        

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