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es ber Klugheit gemäß, die Anordnung mehr als Wohlthat,
denn als Strafe darzuſtellen. +~ v. ; sss
Mit den hier dargelegten Zeitumſtänden stimmt denn
auch die Disposition selber vollkommen überein. Es konnte
dem Könige nicht daran gelegen seyn, [ die privatrechtlichen
Verhältniſſe der Marſchbewohner umzuſtellen; dagegen war
es der Politik höchſt angemessen, die üſfentliche Verfaſſung
ſo einzurichten, daß ferneren Aufständen möglichſt vorgebeugt
würde. Er. hob daher die, in. den älteſten Urkunden des
Holliſchen Rechts schon sanctionirte, eigene Gerichtsbarkeit
der Kirchspiele auf, und gebot, daß die Gerichte der Kirche
ſpiele künftig vom Amtmanne zu. Steinburg gehegt werden
sollten. Es heißt in der Conſtitution unter anderem, wie folgt:
»beholden uns, unsen Erven unde Nakomelingen unde Amt-
mannen doch de Macht, effte dar jemant vorwunnen worde
dorch Holſten Recht, de dorch uns effte unse Erven, Na-
komelinge, Amptmanne unde Klegere an to taſtende unde to
richtende na Holſteme Rechte, sunder jemandes Inſage. '
Es enthält dieser Satz, im Zusammenhange betrachtet, das
gerade Gegentheil von den in den alten Immunitätsprivile-
gien gebräuchlichen Worten, durch welche den Einwohnern
gewöhnlich zugesichert wird,. daß sie nicht vor einen fremden
Richter gezogen und nur nach eigenen Gesetzen gerichtet wer« .
den sollen. Nur die Städte Wilſter und Krempe behielten
ihre hergebrachte Patrimonialjurisdiction, während vor der
Verordnung in der ganzen Marsch die öffentliche Verfaſſung
und Gerichtsorganisation sehr viel Aehnlichkeit mit der alten
. Dithmarsiſchen gehabt haben muß. Die Schulzen sind die
dithmarſiſschen Schlüter; hier wie dort sind Kirchſpielvögte #)
1.2



) Iſt der Kirchſpielvogt in St. Margrethen, wenigſteus dem Rechte
| _ nach, jezt noch zugleich Küſter? Es würde das ſtark an die
j altdithmarſiſchen Schlüter erinnern, von welchen Neocorus ſagt:
“ den oc de Kerkengüder alß Diaconen tho verwalten und vor-
thoſtaen befalen. '’ ~~ Doch kann es freilich auch aus ſeiner Un

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