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keinen vis; allein es iſt bekannt , daß diefe Urkunde
nicht ohne guten Grund, ~ dem Berdachte unterliege, daß
sie das Machwerk einer spätern Zeit sey, und ein besonnener
Alterthumsforſcher (W. I. p. 100. praek.) hat über ſie das
Urtheil gefällt: euius klides adhue ést sub judice. Eine
Urkunde diefer Art iſt aber so gut, wie nichts. Nach. der
Analogie läßt sich aber erwarten.. daß die Bille auch einen
Deutschen Namen geführt habe; denn die Elbe z. B. hieß
bei den Slaven anders, als bei den Deutschen. Man müßte
. nun freilich annehmen, daß der Deutsche Name der Bille in
_ Vergessenheit gerathen sey; allein was iſt denn darin Be-
Ö fremdliches? Notoriſch iſt dieses ja mit den alten Namen
mancher anderer Flüsse der Fall gewesen; so hieß die Krückau
L einſt die Ceeſter, .; J. p. 17), die Pinnau die Eſche,
(Urk. dat. Flensb. 1495. cit. Anhang z. Ber. v. d. Waſſerfl.
Schl. Hoiſt. Anz. 1751.), die Elmenau die Lünau, (Aleih.
. op. hist., p. 119. Klekek. cur. geogr. p. T719. W. I. p.
1463.) 1c. Nur ein paar Urkunden hätten ungedruckt blen.
ben dürfen, und die früheren Namen jener Flüſsſe würden
uns gänzlich unbekannt geblieben seyn! Uebrigens wolle man
sich erinnern, daß die Slaven die Gegend an der Bille oft
und lange –~ einmal gegen 40 Jahre ~ nachdem die
Einwohner getödtet oder als Gefangene weggeschleppt wor-
den waren, ~~ in Besitz gehabt haben!
Was wir nun abér eigentlich zu suchen haben, iſt ein
Fluß Namens ,, Delve’, denn die beiden letzten Sylben in 4 !
Delyunda sind nur ein Anhängsel. ,„Delve!! war aber ur-
sprünglich ein Nom. app., daher es auch der Delven eine
Menge giebt, und blos in Holſtein laſſen sich die Spuren
von vier nachweiſen. Auch. im Verdenſchen muß es einen
„Bach dieses Namens. gegeben haben, da ein Dorf im dorti-
Amte Rothenburg Delventhal heißt. (Gesch. v. Bremen t.
- v. Kobbe I. p. 212). Ein ähnlicher Name, nämlich Delver-
! vörde, kömmt nun in einer Urkunde v. J. 1183 vor, und

bezeichnete einen Ort, der nach Bergedorf eingepfarrt war.

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